SALZKAMMERGUT FESTWOCHEN 2010
PHILOSOPHISCHES FEST / DIE SIEBEN TODSÜNDEN In Zusammenarbeit mit Sommerakademie Traunkirchen
Klostersaal Traunkirchen
25.07.10, 19 Uhr
Hochkarätige Univ. Professoren: Ellrich Lutz, Robert Pfaller, Franz Schuh; als Philosoph, der Experimentalphysiker und Mathematiker Anton Zeilinger; als Germanist und Moderator, Christian Schacherreiter; der Landesmuseendirektor Peter Assmann und zwei Schauspieler in Vertretung mit Texten von Knut Böser und Christa Gürtler statt Eva Menasse referierten jeweils über eine der sieben Todsünden und stellten sich nach einer musikalischen Pause mit Paul Zauner – Posaune und Xu Fengxia – Sanxian, Voice wieder einander und dem Publikum zur Diskussion.
Knut Bösers Text über den STOLZ war am authentischsten, denn er begann mit einer Frage an sein Gegenüber im Speisewagen des ICE, was diesen stolz mache, und referierte über die Möglichkeit, als Deutscher stolz auf die dt. Fußballweltmeisterschaft als Multi-Kulti Nationalmeisterschaft zu sein, stolz auf die eigene Leistung in Form eines Abiturs oder Doktortitels zu sein oder stolz auf die Sünde oder den Lieben Gott zu sein. Stolz ist relativ: Man kann vielleicht stolz darauf sein, dass Hitler Deutscher war – oder dass er es nicht war.
Robert Pfaller, Prof. Angewandte Wien, bemühte sich einfache Beispiele für die Untugend des NEIDes zu bringen (der VW des Anderen ...) und brachte historische Feinheiten, wie: Die alten Griechen sahen die Götter als Brüder und fürchteten daher ihren Neid. Jedoch ist Neid grundlegend altruistisch, denn der Neider schaut stets auf den Anderen. Neid beruht nicht auf wirklichem Mangel und kann entlarven, z. B. den fundamentalistischen Terrorristen, der den Gegner beneidet, d.h. nicht wirklich religiös, da unzufrieden, ist.
Lutz Ellrich, Medienwissenschaft Köln, meinte zur Todsünde des ZORNs der Gott des A.T. sei ein zürnender zu streng strafender Gott. Stoisches Verhalten sei zu trainieren, jedoch sei die Selbstbeherrschung des Menschen des Abendlandes auf Nächstenliebe getrimmt, während der Zorn des Achill noch Empörung, Krieg und Tod hervorrief. Sein guter Rat: Das Überschießende am Zorn ist eindämmbar mit der Vorstellung, dass wir kleine Wesen sind.
Anton Zeilinger, Institutsvorstand Experimentalphysik Wien, meinte mit gedehnter Stimme, es sei ihm gesagt worden, er müsse sich zur Todsünde TRÄGHEIT DES HERZENS gar nicht vorbereiten, daher lese er jetzt eine Internetseite vor, die er aus Trägheit nicht einmal kopiert habe.
Er zitierte Thomas v. Aquin, wies auf Kaspar Hauser und ähnliche Schicksale hin und meinte, das Gegenteil der Trägheit sei die Caritas.
Peter Assmann, OÖ Landesmuseendirektor, sah sein Thema den GEIZ für einen Museumsdirektor passend, da dieser mit seiner Sammlung und seinem Budget geizen musste und habgierig die Bestände betreuen sollte. Allgemeiner gesagt sei Habgier und Habsucht eine Sucht, durch die Weiterentwicklung passiert, jedoch sei man schnell bei der Todsünde des Neides oder der Trägheit angelangt oder beim Geiz, der eine erstarrte Habgier bedeute.
Franz Schuh, Angewandte Wien, referierte über die VÖLLEREI und wies u.a. darauf hin, dass das Verbotene stets reizt. Vor allem die Dialektik des Bestrafens und Belohnens sei beim Essen klar ersichtlich. Die Völlerei entbehre des Glanzes, der Selbstaufrichtung, denn die Selbstverachtung und der Sündenaspekt kommen hervor. Laster macht keine Freude. Der Dicke ist stigmatisiert, gelte in der Gesellschaft als Vorbild des Mangels an Selbstdisziplin. Härte, Wille und Stärke fehlen ihm und der brauche viel Platz. Als mögliches Stigmamanagement wies er auf Bischof Kurt Kren hin, der stets so tat, als wäre nichts.
Der Text von der erkrankten Germanistin Christa Gürtler über die Todsünde der WOLLUST wurde von der Wiener Schauspielerin Anne Nowak vorgetragen.
Zum Vorgängerreferat passend, schloss sie an, dass Völlerei heute gesellschaftlich nicht toleriert werde, ungehemmtes Ausleben der Sexualität jedoch seit 1960, dem Jahr der Sexualitäts-Enttabuisierung, schon. Zitate von Thomas v. Aquin bis zu Gedichten aus der Barockzeit von Hoffmann v. Hoffmanswaldau bis zum Roman Lust, 1989von Elfriede Jelinek und Magdalena Sünderin 1995 von L. Faschinger rundeten das Spektrum ab.
In einer äußerst interessanten Diskussion wurde von den Zuhörern die Authentizität der Beiträge gefordert, darauf hingewiesen, dass der Wunsch einen Humanismus anzusteuern auf einen Spezifizismus hinausgehe und die philosophische Sonderposition des Menschen überholt sei. Die Frage, wie viel genetisch vorgegeben sei, ob es das Gen des Neides und das Fremd-Gen gäbe, lockerten die Runde wieder auf. Franz Schuh meinte, eine Religionsgemeinschaft müsse von Vornherein gegen Todsünder sein, denn sie seien ja nicht mehr für etwas anderes zu haben. Außerdem verneble einem die Trägheit des Herzens die Ankunft und Gegenwärtigkeit des Messias.
Robert Pfaller wies darauf hin, dass ein Tabu eine Regel sei, die keine Polizei brauche. Auch Scham regle. Gebote verbieten Handlungen und stellen eine Ordnung zwischen Gut und Böse her. Todsünden sind oft keine aktiven Handlungen, denn – mich frisst der Neid – sei passiv und daher unvermeidbar. Vermeidungen statt Verbote seien die älteren Regeln.
Weiters wurde über das rechte Maß z.B. beim Essen gesprochen, über den Ansporn durch Neid und Gier oder Aggression z.B. beim Ausüben von Sport oder über die Hervorbringung von Kunst durch Exzess. Ist die Kunst ein Resultat von Todsünden?, stand zur Debatte sowie die Umlegung vom äußeren Gebot zum inneren. Erkenne in dir deine Werte und den Maßstab.
Damit das Genie nicht zu sehr an sich leiden muss (Assmann), wurde die Diskussion beendet.
Ein hochkarätig besetzter, erfolgreicher, ergiebiger Philosophen-Abend, der auf Fortsetzung hoffen lässt.
LitGes, Juli 2010
Eva Riebler HOCHKARÄTIG
SALZKAMMERGUT FESTWOCHEN 2010
EIN FEST FÜR ERNST JANDL zum 85. Geburtstag und 10. Todestag
2. Teil
Stadttheater Gmunden
30.07. bis 01.08.2010
Freitag, 30.07.2010
Brita Steinwendter, die Leiterin der Rauriser Literaturtage, stellte ihren Film (Produktion ORF aus dem Jahre 2000) in dem Ernst Jandl hauptsächlich in seinem Mansardenzimmer ihr und Bodo Hell Fragen beantwortete. Ein gelungenes letztes Dokument, das Wien mit den Augen Jandls vermittelte. Gedichte seiner Kinderzeit, über das Vergehen der Zeit, die Erinnerung an den gefallenen Freund Dieter Burghard, u.v.m. runden das Bilder- und Bildungserlebnis ab.
In der Diskussion um 18 Uhr stellten Bernhard Fetz, Franz Schuh, Frieder von Ammon und Luigi Reitani ihre Erinnerungen zur Diskussion. Jandl war GAV (Grazer Autoren und Autorinnen) Gründer, Franz Schuh erinnerte sich an Jandl damals als sein Sekretär. Jandl eröffnete 1973 die Front gegen den P.E.N. Diskutiert wurde, ob das Vertreten in Anthologien ein Maßstab des Marktwertes sei, so Bernhard Fetz und über die Vorreiterrolle Jandls als Performance-Künstler in der Tradition von Thomas Klinger oder Michael Lenz. Luigi Reitani wies darauf hin, dass die Stimme kein Ich hat, jedoch als akustische Maske erkannt wird. Die Stimme gehört zum Text, zeugt von latenter Musikalität, Jandl freute sich über die Grenzüberschreitung, in England wurden seine Gedichte als Ausgangspunkt für Malerei und Tanz verwendet, so Frieder v. Ammon.
Ein weiteres Highlight war um 20 Uhr ERNST JANDL FOREVER; Dieter Glawischnig/Klavier und Dietmar Mues/Stimme. Dieser war bei Erkrankungen Jandls bereits 1997 autorisiert ihn als Lesenden zu vertreten. Ein wirkliches Muss, ein Genuss ersten Ranges!
Samstag 31.07.10 und Sonntag 01.08.10
Nach einer Einleitung durch Frieder von Ammon wurdeder historische, meist schwarz-weiß gedrehte Film TRAUBE gezeigt, bei dem lautlich fremde Untermalungen der gezeigten Bilder einen besonderen Kontrast und Anreiz darstellten. Z.B. wurden stumme Konzertmitschnitte oder das Öffnen und Schließen eines Koffers klanglich ungewöhnlich unterlegt.
Nach einem interessanten Referat Frieder von Ammons schloss eine Diskussion mit weiteren Wegbegleitern Ernst Jandls wie Bodo Hell, Dieter Glawischnig, Mathias Rüegg, Julian Schutting und Franz Schuh an. Sie stellten ihre oft sehr persönliche Sicht auf sein Leben und seine Person dar. Vor allem Franz Schuh betonte, dass man nun rückblickend nicht die Biografie Ernst Jandls zu einseitig sehen solle. Im Gedächtnis des Menschen gibt es eine Künstlerkolonie, da bleibt Jandl wegen seinem ergreifenden Werk, so Schuh. Weiters setzte er fort, dass er durch das Symposion die Befangenheit gegenüber Jandl wieder gewonnen habe.
Da das Gedicht des Vortragens bedarf, wurden am Samstag Ausschnitte aus den Hörspielen laut und luise und aus der kürze des lebens und am Sonntag eine ernste jandliade vum bertl mütter zum Besten gegeben.
Die persönliche Erinnerung von Friedericke Mayröcker, ein Ausschnitt aus der berühmten Frankfurter Poetik-Vorlesung und das Theaterkonzert für und mit ernst von und mit Christian Muthspiel rundeten das Festprogramm ab.
Fazit: Ein sehr dichtes Programm, hochkarätige Diskussionsteilnehmer und Vortragende mit zahlreichen sprachlichen, musikalischen oder filmischen Highlights. Unbedingt sehens- und hörenswert! Macht Lust auf das Literaten-Fest im nächsten Jahr, zu dem hoffentlich mehr Publikum kommen wird!
LitGes, Juli 2010
Eva Riebler I’LL GET EMOTIONAL
SALZKAMMERGUT FESTWOCHEN 2010
JAZZKONZERT MIT AL DI MEOLA New World Sinfonia (International)
Toscana Congress Gmunden
23.07.10, 20 Uhr
Al Di Meola – Guitar
Kevin Seddiki – Guitar
Peter Kaszás – Drums
Al Di Meola ist, seit er als 19-Jähriger von Chick Corea entdeckt worden war, hinreichend in der Akustik-Gitarre Szene bekannt, so dass er für ein volles Haus garantiert. Seine schnellen Fingerläufe der rechten Hand brachten dem 56-jährigen Virtuosen seit Mitte der 70er Jahre einen Erfolg und ein Soloalbum nach dem anderen.
Der Abend begann passend zum Staccato der stark fallenden Regentropfen mit dem Titelsong aus seinem 19. Soloalbum The Grande Passion aus dem Jahre 2000. In zwei Sets brachte er seine unverkennbaren Balladen und tango- bzw. flamenco-lastigen Stücke. Die Balladen melodisch, leicht träge erzählend vom Pianissimo bis zum Crescendo, die weiteren Gitarre-Solis und -Duos vom Kontemplatorischen zum sprühend reitenden Exzessiven.
Vor allem dem ungarischen Drummer Peter Kaszás (bereits mit 15 erhielt er den Golden Drumstick Award) ist es mit seiner Performance zu verdanken, dass nicht nur weltbekannte perfektionierte Retro-Gitarrenmusik zu hören war, sondern der Sound voll mundig, jazzig und mit den Gitarren gleichermaßen mitreißend von der Bühne kam.
Vortrefflich ersetzte er nicht nur Gumbi Ortiz als Percussionist sowie die im Programmheft der Festwochen ursprünglich angekündigten Accordion- und Bassspieler. Wo diese verblieben waren, hätte im Vorfeld bei der Einführung durch die Intendantin oder den Band Leader Al Di Meola geklärt werden können.
Trotz der halben Besetzung ein Weltkonzert, das durch vier Zugaben, u. a. aus der Night in San Francisco, Begeisterungsstürme im Publikum auslöste!
LitGes, Juni 2010
Eva Riebler ÜBER DIE BEREICHERUNG DER KULTUR DURCH FREMDE KULTUREN
SALZKAMMERGUT FESTWOCHEN 2010
LESUNG MIT ILIJA TROJANOW Stadttheater Gmunden
21.07.2010, 19.30 Uhr
Moderation und Einführung: Anton Thuswaldner
Ilija Trojanow hielt bereits am 18. Juli den Gastvortrag anlässlich der Eröffnung der Salzkammergut Festwochen im Stadttheater Gmunden und stellte nun seinen 2008 verfilmten Roman „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ Hanser 1996, sowie „ Der Weltensammler“ 2006, der den Preis der Leipziger Buchmesse bekam, vor.
Der renommierte Literaturkritiker, Kulturjournalist, Autor und Herausgeber Anton Thuswaldner vom Germanistischen Institut der Paris Lodron Universität Salzburg informierte über den Debütroman des gebürtigen Bulgaren, der mit 6 Jahren mit seiner Familie über Jugoslawien, Italien, Deutschland nach Kenia geflohen und in Nairobi, Deutschland, Paris, Afrika und Bombay sesshaft war. Als Auswanderer, Weitgereister und als Einwanderer hatte er viel Gespür und Lebensklugheit erworben, die er an die Leserschaft weitergibt. Der Autor meinte: „Auch die Lebensklugheit unterliege der Veränderung“ und dass er nicht gerne seine eigenen Bücher lese, da er unterm Lesen bereits vieles neu schreiben würde.
Anton Thuswaldner führte weiters an, dass der Begriff Heimat zur Lebensweise des Autors nicht passe sowie die These Sprache ist Heimat, da er als Bulgare bereits seinen ersten Roman in Deutsch verfasste, ebenfalls nicht stimmig sei.
Doch ein Autor der lese, denke und analysiere, stets im prallen Leben stehe und dem keine Kultur fremd sei, für den sei das Hybride normal und nicht die Abschottung. Ein Autor, der an seinen Schauplätzen wohne und nicht wie der geschätzte Autor Tomas Stangel nur recherchiere, habe genügend Authentizität und Material. Daher sei Ilija Trojanow mit seiner literarischen Hauptfigur Richard Burton des spannenden Romans „der Weltensammler“ auch noch nicht fertig, sondern schreibe einen zweiten Band.
Als dritte Kostprobe konnte das Publikum einem Ausschnitt aus dem neuesten Roman, der 2010 erscheinen wird, lauschen. Der Autor hat wieder hinlänglich recherchiert und die Schauplätze in der Antarktis besucht. Es sei soviel verraten, dass es um die Realität auf einem Kreuzfahrtschiff geht und um die Lebensproblematik in der Antarktis.
Der gelungene Abend im Stadttheater bot ein umfassendes Bild der Arbeiten und Arbeitsweisen des Autors und weckte das Interesse an neuen Publikationen.
LitGes, Juli 2010
Peter Kaiser LOVE IN DIFFERENT DIMENSIONS
HÈCTOR PARRA
Hypermusic Prologue (2008-2009) A projective opera in seven planes
Bonus CD: Explanatory interview with H. Parra and Lisa Randall
Charlotte Ellett soprano; James Bobby baritone
Ensemble intercontemporain; Clement Power conductor
IRCAM-Centre Pompidou
Wien: KAIROS, 2010
Audio-CD 0013042KAI
1996 erschien die Oper Solaris von Michael Obst nach dem gleichnamigen, philosophischen SiFi-Roman von Stanislaw Lem. Das erzählerische Kernstück des Romans bilden die ergebnislosen Versuche der Kontaktaufnahme der Besatzung der Station auf dem Planeten Solaris mit dem offensichtlich intelligenten „Meer“. Kommunikation, die Kontaktaufnahme, den Kontakt zu halten, ist auch in Hèctor Parras (*1976) Hypermusic Prologue ein Thema. Das wie immer bei KAIROS vorbildlich gestaltete Booklett führt mit Erklärungen und Interviews in die Theorien des von Lisa Randall mitentwickelten Konzepts des 5-dimensionalen Randall-Sundrum-Raumes ein. Parra, offenbar von den Möglichkeiten der astrophysikalischen Spekulationen fasziniert, entwirft nun ein kompositorisches Konzept, welches versucht zu den physikalischen Begriffen wie Größe, Zeit, Masse und Energie, musikalische Entsprechungen zu finden. So entspricht z.B. die Masse der Amplitude und dem spektralen Gehalt der Stimmen, der Instrumente und der elektronische bearbeiteten Klänge. Parra ist Forscher am ICRAM welches sich in seinen Forschungen mit zeitgenössischer Musikproduktion und Wissenschaft beschäftigt und von Pierre Boulez gegründet wurde. Die Handlung beruht wie gesagt auf den wissenschaftlichen Arbeiten von Lisa Randall und konstruiert ihr Konzept rund um eine Wissenschaftlerin und Komponistin (Sopran), welche sich aus Forscherdrang in andere Dimensionen begibt, was den Kontakt zu ihrem Partner (Bariton), welcher in unserer vierdimensionalen Raumzeit zurückbleibt, zunehmend erschwert. Im Track 9 des Plane IV und im Track 12 des Plane V bekommen wir die Sprache der fünften Dimension nach Parras System vorgeführt. Das sich das sehr lustig anhören kann, ist aber offenbar ein Zufall und keineswegs kompositorische Absicht - was schade ist und zu der Frage führt, was eigentlich dagegen spricht, durchaus ernst gemeinte aber abseitige Dinge (und dazu zählt Parras Werk zweifellos) mit etwas Humor zu versehen? Gerade österreichische Komponisten wie Schwertsik, Cerha oder Gander verstanden und verstehen dies sehr gut und tun damit der Qualität ihres Schaffens keinen Abbruch. Es ist keineswegs ein Leichtes, ein experimentalphysikalisches Werk in Form einer Oper darzulegen, welche traditionell mit den großen Gefühlen in Verbindung gebracht wird. Keine Hilfe dürfte es dabei sein, Katharsis, wie Parra, als Gefühlssurrogat zu verstehen. Vielleicht vermag hier das exklusive Bühnendesign von Matthew Ritchie bessere Dienste leisten als alle beigegebenen Erklärungen es vermögen. Wir müssen uns nicht nach den Sternen oder andere Dimensionen begeben, um zu entdecken wie schwierig die Kommunikation zwischen so genannten intelligenten Lebewesen verlaufen kann.