32/ Essay: The Joys of Freud and Joyce, Felix Mendelssohn

THE JOYS OF FREUD AND JOYCE (UND JACQUES LACAN)
Felix de Mendelssohn

Eine Notiz zu Finnegans Wake und dem Ende der Psychoanalyse Vor vier Jahren, zum hundertsten Jahrestag von Bloomsday der 16. Juni 1904, an dem sich die Handlung von Ulysses abspielt wurde ich nach Dublin eingeladen, um einen psychoanalytischen Vortrag über das Buch zu halten. Der Vortrag fand im James Joyce Centre statt, im hinteren Raum konnte man viele Ausgaben von Übersetzungen von Finnegans Wake besichtigen, ins Litauische, Indonesische, Georgische usw., und jede Übersetzung dieses unübersetzbaren, fast unlesbaren Buches, war vermutlich ein ganz eigenes neues Buch, eine originäre Schöpfung geworden.

Finnegans Wake ist ein Buch der Nacht. In Kontrast zu Ulysses, das einen Tag in Dublin beschreibt, ist the Wake ein Traum, ein endloser zirkulärer Traum der Menschheitsgeschichte, der mit den selben Worten endet wie er beginnt, das Buch lebt von allen Sprachspielen der Traumsprache, von Verdichtungen, Verschiebungen, Verkehrungen ins Gegenteil, von all dem, was Freud als „Primärprozess“ bezeichnet hat. Letztlich geht der Text zur Gänze in purer Sprachlust auf. Jacques Lacan in der Schlussphase seines Denkens hatte eine Obsession mit Knoten, besonders mit dem dreifaltigen Borromäischen Knoten, welcher nach ihm das Symbolische mit dem Imaginären und mit dem Realen verknüpft. Die Lockerung eines Teiles bringt immer alle drei Teile auseinander. In seinem 23. Seminar Le Sinthome auch der Titel ein Sprachspiel ringt Lacan mit der Aufgabe, einen vierfachen Borromäischen Knoten hervorzubringen, von dem er meint, dieser würde exakt dem Ende einer Psychoanalyse entsprechen wo die drei Ringe auseinander genommen werden und dann mit Hilfe eines vierten wieder zusammengefügt.

Wenn Joyce bereits in Dubliners und in Bildnis des Künstlers - in seinen Epiphanien absorbiert zu sein scheint, mit dem Wesen und mit der Flüchtigkeit des Augenblicks, dann ist er dem Realen hinterher, jenseits des Symbolischen oder des Imaginären. Keine Symbole, keine Metaphern. Wie der tibetische buddhistische Lehrer Chögyam Trungpa einst sagte:
„Die Dinge sind Symbole ihrer Selbst“. In seinem hervorragendem Buch How Joyce Made His Name hat Robert Hariri es so formuliert: „Der Glanz von Finnegans Wake kommt nicht von der Metapher, sondern aus der jouissance“ aus dem Genießen.

Joyce befreite sich aus den Fesseln der angenommenen, herkömmlichen Sprache und schaffte sich eine ganz neue Sprache für den eigenen Genuss, an dem wir alle teilhaben, in dem wir uns verlieren und auch wieder fi nden können. Ohne darüber psychotisch zu werden (was allerdings bei seiner Tochter Lucia geschah!) erschuf er sich selbst als Mensch neu und einzig in der Art des „sinthome“ das Wort enthält u.a. „St. Thomas“, „Symptom“ und den „heiligen Mann“ um jenseits des Symptoms und dessen Heilung eine Art Verwirklichung durch Sprache zu schaffen. In diesem Sinn meint Lacan auch zum Ende der Analyse, dass es nicht darin bestehen kann, immer mehr und mehr Bedeutung in der symbolischen Ordnung anzuhäufen nach der Art, „Ach, jetzt verstehe ich die Welt und mich selbst so viel besser“ sondern in der freudigen Aufl ösung aller dahergelaufenen Bedeutungen und im Loslassen von dieser permanenten und endlosen neurotischen Suche nach Bedeutung. Mit dem Ende der Analyse entsteht eine neuerliche Kontaktaufnahme mit dem Realen, auch in seinen traumhaften Zuständen, eine Freiheit, sich selbst in jedem Moment zu erfinden, vielleicht sogar ein Modus, die psychotische Dimension des Erlebens in eine vollständigere Wahrnehmung der Geheimnisse der Schöpfung zu installieren.

Finnegans Wake ist ein Buch über die Auferstehung, die eine Art selbst erzeugte Wiedergeburt ist. Wenn wir die psychoanalytische Therapie mit einer unklaren depressiven oder unangenehm zwanghaften Empfindung beenden, die besagt, dass wir nun in der Lage sind, mehr Sinn aus uns selbst zu machen, aus unserer Geschichte, unseren Beziehungen, haben wir wohl auch etwas dabei verloren, vor allem das pure Staunen über uns und die Welt. James Joyce und sein Finnegans Wake, und Lacan mit seinen Vorstellungen von „jouissance“, und vom „sinthome“ als Produzent und Konsument des Genießens, deuten uns eher an, wir sollten uns auf die ursprünglichen Ziele der psychoanalytischen Behandlung, der Sprachkur, besinnen, die Freud einst definierte.

Das Zitat von Freud wird oft falsch wiedergegeben, und zwar als das Ziel, uns „liebes- und arbeitsfähig zu machen“. Aber was Freud wirklich schrieb war: „genuss- und leistungsfähig“, d.h. dazu fähig, Freude zu genießen und echte Leistungen hervorzubringen. Denn schließlich können wir durchaus lieben, ohne jeglichen Genuss dabei zu haben. Und wir können auch arbeiten, ohne irgendetwas dabei zu leisten. Daher sind diese klarer bestimmten Ziele von Genuss- und Leistungsfähigkeit jene, die uns vielmehr realisierbar und befriedigend erscheinen. Sowohl Freud wie Joyce waren gute Vorbilder dafür. Wir können nicht alle Genies sein, aber wir können „genießen“. Die Lust an der Sprache weist uns den Weg dorthin.

Biografie: Felix de Mendelssohn
Geb. 1944 in London, lebt in Wien. Vorstand der Abteilung für Psychoanalyse der Sigmund-Freud Privatuniversität Wien und Autor.

 
31/ Prosa: XXX, Sönke Busch

XXX
Sönke Busch

Zu Beginn eine kurze Geschichte, welchen meine Mutter schrieb, und welche ich erst vor einigen Wochen entdeckte.

Warum ich den größten Teil meiner Kindheit im Schoße und in der Wohnung meiner Großmutter Emma, statt bei meinen leiblichen Eltern verbrachte, wusste ich nicht.
Nach einer Weile, die ich bei ihr wohnte, vergaß ich meine Eltern fast und ich denke bis heute das ich sie nie kennen gelernt habe.
Großmutter Emma sprach nie viel, sie war ein praktischer Mensch, wie schon ihr Äußeres verriet; wenn ich mich zurückerinnere, denke ich zuerst an ihre großen weichen Hände und an ihren Busen, den sie vor sich her durch ihre kleine Wohnung im Bremer Stadtteil Sebaldsbrück schob.
Mit dem Stolz einer Überlebenden fuhrwerkte sie durch jedes Zimmer. Sie hielt sogar die kleinste, schattigste Ecke eines jeden Zimmers so sauber, dass nicht damit zu rechen gewesen wäre, dass sich jemals Leben in dieser Wohnung befunden hatte.
Zu den zwei Zimmern und dem Flur, die meine Großmutter einst mit ihrem Ehemann bewohnt hatte, mietete sie den Dachboden hinzu, um mir ein Zimmer einzurichten.
Sie schlug den alten Spitzboden, das „alte Versteck", wie sie ihn immer nannte, mit groben Militärdecken aus; schaffte eine kleine Matratze hinauf, und lies mich bei sich wohnen, nicht ohne mir zu untersagen, die kleinen Kisten, welche ebenso wie ich auf dem Speicher verstaut waren, jemals zu berühren.

Mir war es, wie vielen anderen Kindern, die sich in der Kleinheit einer Höhle wohl fühlen; Ich genoss es mich unter dem riesigen Berg decken zu verstecken, bis nur noch mein Kopf heraus schaute und liebte es in den alten verbotenen Truhen zu wühlen, die auf dem Speicher neben meiner Matratze standen. Es schien eine Tradition meiner Familie zu sein, nach dem Tod eines Angehörigen eine kleine Truhe zu packen, eine Truhe in die jeder Hinterbliebene ein kleines Stück seiner Erinnerung legte. Etwas, das ihn an den Verblichenen erinnerte.

Ein Foto, einen Ring, einen Brief, das liebste Hemd, sogar alte, abgetragene Schuhe. Heimlich schöne, für andere nicht zu verstehende Erinnerungen.
Nicht größer als Schuhkartons waren diese Kisten, fein säuberlich gestapelt und in Leinen gewickelt standen sie neben meinem Bett, und oft schaute ich sie mir bei Kerzenschein heimlich und leise an, um meine Großmutter glaubend zu machen, ich würde schlafen. Alles räumte ich genauso zurück wie ich es vorgefunden hatte.
Zu fast jedem Stück erfand ich eine Geschichte und nach einer Zeit wollte ich von den echten Geschichten, die sich hinter den Kisten verbargen schon gar nichts mehr wissen.
Nur bei einer dieser Kisten, es war die Kiste meines Großvaters, der einst hier gewohnt hatte, wollte mir nichts einfallen. Nicht die kleinste Geschichte.
Sie war die letzte die ich öffnete, und alles, dass sich darin befand, war ein alter vergilbter Stofffetzen, auf den in rot drei xxx gekreuzt waren. Das Stück war in ein größeres Tuch eingewickelt, behutsam gefaltet und mit einem rauen Faden verschnürt. Ich legte den Fetzen zurück, und gab mich dem Gedanken hin, dass es wohl keine besondere Erinnerung war, die dort verstaut worden war, sondern eher, das einzige, dass von meinem Großvater nach seiner Verschleppung nach Buchenwald noch geblieben war.

Ich sprach nicht viel mit Großmutter und ihr Tod war so unaufregend und ohne umschweife wie sie ihr Leben gelebt hatte. Ich fand sie eines morgens, wie schlafend in ihrem Bett, ihr Gesicht war nicht zufrieden oder glücklich, und ich konnte in ihren Augen sehen, das ihre letzten Gedanken wohl die Worte waren, die sie jeden Tag wiederholte:
"Es ist wie es ist."
Sie sprach die S- Laute immer scharf aus.
„S is wies is".

Als ich die Decke zurückschlug fiel mein Blick auf ihre Hand und ich sah das Stück Stoff aus der Kiste meines Großvaters. Sie musste es nachts heimlich, während ich schlief, aus meinem Dachboden geholt haben.
Großmutter hatte es aufgefaltet, um ihre Finger gewickelt und die Hand unter ihre Wange geschoben, so das das Tuch ganz nah unter ihrer Nase lag.
Das ist mein letztes Bild von ihr. Ich habe es nie geschafft ihr eine Kiste zu machen.

Jahre später, als erwachsene Frau, erfuhr ich von einem Ritual der jüdischen Gefangenen in den deutschen Konzentrationslagern.

Aus alten Betttüchern wurden nachts kleine Stücke gerissen, mit drei Kreuzen gekennzeichnet und über Nacht am Körper versteckt.
Da jedes Gespräch und jeder Schrieb zwischen Mann und Frau untersagt und alles Geschriebene konfisziert wurde, waren es nur diese drei Kreuze, Kreuze ohne Unterschrift und ohne Namen, die auf den Wäschefahrten aus den Lagern herausgeschafft werden konnten.
Der Geruch, den der Stoff über die Nächte nah am Körper getragen, aufgenommen hatte, war das einzige unverfälschte Lebenszeichen, das den im Untergrund Lebenden außerhalb des Lagers überbracht werden konnte.
Diese drei Kreuze, meist mit drei Tropfen Blut geschrieben, standen für drei Worte, die in dieser Zeit niemand zu sprechen wagte.

Erst Jahre später, beim Umbau des Hinterhofes dieses Gerichtsgebäudes, fanden Bauarbeiter eine kleine Metallkiste, angefüllt mit Briefen und Notizen, versteckt unter einem losen Pflasterstein hinten im Hof, wo sie heute immer den Tatort drehen.
Diese Briefe leben erst jetzt, 75 Jahre später.
Unter ihnen ein Brief des zweiten Mannes meiner Urgroßmutter. Er liegt heute mit in seiner Truhe auf meinem Dachboden.

 

Liebste Elsa,

ich hoffe dieser Brief erreicht dich, wir dürfen nicht schreiben.
Wenn du nicht alles lesen kannst, liegt das daran das uns stift und paier untersagt sind, ich schreibe dir dies mit einer stumpfen Gabel und schwarzer Schuhwichse, die ich von meinem Arbeitseinsatz zum Reinigen der Soldatenstiefel entwendet habe.
Es ist kalt hier in der Zelle, die letzten meiner Mithäftlinge sind fort, wohin, das weiß ich nicht. Der Versuch es mir vorzustellen macht mich zitternd. Es war bis gestern jeden Tag das gleiche Prozedere, jeden Morgen holen sie einen von uns.
Sie begannen am Ende meines Korridors und ich hörte das Wimmern und Schreien meiner Mitgefangenen.
Tag für Tag höre ich die Stiefeln über den Korridor stapfen, ich höre das metallene Aufreißen der schweren stahlbeschlagenen Türen und das Schreien eines unserer Namen.
Kurze Zeit später dumpfe Schläge und das Schleifen nackter Füße und nackter Haut auf rauh verputzten Flur.
Auf diesem Flur sind acht Zellen in denen 10 Menschen sind.
Sie werden jeden Tag weniger.
Jeden Tag werden es weniger, es wird immer stiller im Gang.
Seid ich hier bin, seid wir uns das letzte Mal sahen.

Das letzte Mal als wir zusammen beim Arzt saßen, in der Schlange warteten, obwohl wir gar nicht krank waren. Wie sie dich fort sandten. Und ich erst einige Tage später zu dir heimkehrte.
Ich weiß, dass du geweint hast. Und es ist mein größtes Unglück, dir nie gesagt zu haben, warum ich nicht ganz bei dir sein konnte, obwohl ich bei dir war.
Sie haben mir alles genommen.
Weißt du noch, als wir an der Weserwehr saßen, als ich dich gefragt habe, ob wie heiraten wollen?
Wie wir über die Zukunft sprachen, ich mir ein Haus und du dir Kinder wünschtest?
Wie wir hofften, dass unsere Kinder werden wie wir.
Ganz so wie wir, nur dass sie hören könnten.
Wir haben gelacht.
Das war ein guter Tag.
Mach dir keine Sorgen. Ich bin bei dir.
Wir werden keine Kinder haben, denn ich kann keine Kinder mehr haben.
Sie haben mich operiert.
Die Ärzte haben sie uns genommen, noch bevor wir sie haben konnten.
Es ist uns heute verboten. Verboten für die Zukunft zu leben.
Deswegen mein Schweigen als ich heimkehrte. Ich kann dich nicht verlieren. Doch ich habe keine Zukunft mehr. Nicht hier und nicht mit dir. Ich werde sterben.
Hier oder dort.
Nichts von mir wird weiterleben.
Ein Haus kann nicht leben ohne Leben in ihm. Unser Haus von dem ich nachts immer noch träume.
Ich habe Angst. Es ist einsam so alleine hier. Einsam ohne dich an meiner Seite. Ohne mich, der dir nicht geben kann was du dir wünschst.
Ich kann es dir jetzt sagen, da ich weiß, dass es wohl kein morgen mehr gibt.
Ich hatte zuviel Angst und du weißt: Reden war nie meine Kraft.
Erst in diesen Stunden finde ich den Mut ehrlich zu dir zu sein.
Die Schritte auf dem Korridor kommen näher. Jeden Tag.
Wir werden vor Gericht gebracht. Einer nach dem anderen, und ich weiß nicht mehr, ob es das Schlagen von Türen oder Gewehrschüsse sind, die ich nachts höre.
Ich habe zuviel Angst um an irgendetwas zu denken.
Und denke mir, wozu Angst. Ich hatte alles von dem ich geträumt hatte.
Ich hatte dich Elsa. Und du hattest mich.
Versteck dich.
Doch stirb nicht.
Nirgends lebe ich, außer in dir.
Mein letzter Herzschlag wird bei dir sein.
Wir sind zusammen. Das kann uns keiner nehmen.
In uns sind wir beieinander.
Für immer.

Da ist keine Hoffnung mehr. Kein Mut, dass es ein Morgen gibt.
Da ist nichts mehr, auf das ich vertraue. Außer auf dich.
Sei brav und lieb, meine Elsa. Und lebe.

Ich kann dir nicht sagen ob und wann wir uns wiedersehen. Ich weiß nicht wohin sie uns alle bringen.
Es kommt keiner zurück.

 

Was meine Großmutter meinem Großvater verschwiegen hatte, war das sie längst im dritten Monat schwanger war.
Mein Großvater würde weiterleben.
Schließlich stehe ich heut hier.

 

Kurzbiografie: Sönke Busch
Privatier mit Baujahr 1980 aus Bremen. Seine Kindheit verbrachte er in Kur- und Heilanstalten der ehemaligen Sowjetunion. 1. literarische Auftritte in Trinkhallen, Opersälen und Klassenzimmern. Nach überwundener Ritalinabhängigkeit widmete er sich von seinem sechzehnten bis zu seinem vierundzwanzigsten Lebensjahr dem Studium der polnischen Groteske des ausgehenden 19. Jahrhunderts, welche bis heute starken Einfluss auf sein literarisches Schaffen hat und seine beiden gescheiterten Ehen erklärt.
Pausiert zurzeit in Bremen/ Wien.

 
31/ Lyrik: Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer
 

das salz der zirkuslebens

die werbung hat
uns abgerichtet
zeig die zuckerseite

allez hopp
spring durch
den feuerring
meines witzes
allez hopp
greif nach dem
trapez meines
tiefen ausschnittes

gestylte dompteure
sind wir
wohldressiert
aufs peitschenknallen
der werbung

 

reingefallen

deine figur
bussi!
deine stimme
champagner!
deine küsse
hochprozentig!
deine beine
klasse!
deine brüste
butter!
deine augen
zucker!

deine hände
brot
(nebst miete
schnaps
spielschulden
alimenten
und was der herr
halt sonst noch
so braucht)

 

weit hergeholt

nicht nur cotton fields
auch die zuckerrohr
plantagen

schimmerndes gold
für die siedler
und schimmelndes brot
für die sklaven

 

öko-esotherische kindheit

totales zuckerverbot
war unser tägliches brot

lange zähne
aber gesunde
auf süßigkeiten

das lohnversprechen
‘ewige gesundheit’
unüberprüfbar und
jenseitig

 

frankls rezept

so hart kann das brot
gar nicht sein

wenn man lang genug
darauf herumkaut
und die zähne
das aushalten

fügt das speicheln
als zugabe
süßigkeit in den brei

 

Biografie: Hahnrei Wolf Käfer
Dem Jahrgang gemäß (1948) mehr mit Peitsche als Zuckerbrot erzogen. Nach bewegter Erwerbslaufbahn (Hilfsarbeiter, Universitätslektor in Japan, Reitlehrer, Jazzmusiker…) heute freischaffend. Zuletzt erschienen ‚VorUrTeil’ (Krimi), ‚kultur nach gärtnerinnenart’ ‚Sicher kein Wunder, Senryu von einem, der Vater wurde’ (beides Lyrikzyklen)

 
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