32/ Lyrik: Martin Dragosits

Martin Dragosits

LUFTQUADRAT

Kronen fangen, netzverwöhnt,
Schwarzbrottoast und anderes
Gewölk. Lachen, raumbedingt
die Lücken nutzen, audiophil.

MOBILE

zuckergraue rauchmandanten
um den finger wickeln vehement
rotundenkreuze tonpaläste
monaden spüren unverbraucht
den glastapeten rotverzerrt
maskottchen basteln fest

ICH

ohne verben adjektive nebelhörner
haustortrümmer zehensocken
hodenwärmer

DORT

In einem Worthort
war der Stamm fortdort
man sagt dazu Nordmord
oder Abort

Bald darauf
war das Nordwort fort
es fi el danach
kopfüber Bord

Ich erwähne noch
den Lammkamm
dieser stammt
vom Kammlamm

Sein Griff gemacht
aus dem Schaumbaum
bevorzugt zu finden
im Traumraum

Man kann auch baden
in Baumschaum
welch Idylle
in so einem Raumtraum

Jetzt gehe ich
zu einem Testfest
vielleicht gibt es dort
genügend Nestrest

Ich brauche nicht mehr
so viel Hastlast
ich möchte jetzt endlich
mehr Fastrast

Wohin ich auch blicke
viel zu viel Stussmuss
das beende ich lieber
mit einem Schlusskuss

Biografie: Martin Dragosits
Geb. 1965 in Wien, dort lebend, Projektleiter in der Informatik eines Finanzdienstleisters.
Zuletzt: „Der Teufel hat den Blues verkauft“, Arovell, 2007.