Lesen am Brunnen: die Literarische Gesellschaft in Drosendorf

Was wäre die Literarische Gesellschaft ohne ihre Schreibwerkstatt? Wie ein Schloss ohne Brunnen? Wie eine mittelalterliche Stadt ohne Stadtmauer? In Drosendorf fügt sich alles zusammen: Schreibwerkstatt, Schloss, Stadtmauer, Brunnen.

13 Literat/innen nahmen von 05.-09.08.2019  teil, verfassten Gedankensplitter, Lyrik, Prosa, Dialoge, Witziges und Tiefgründiges. Die Vorgaben steigerten sich: von gemütlichen 15- oder 12-Minuten-Geschichten zu rasanten 2-Minuten-Texten und schließlich auf gar 45 Sekunden-Blitzlichter.  Ebendiese Zeit hatten die Teilnehmer/innen, um ihre Ideen zu Papier zu bringen.  

Seit 2003 kommen die St. Pöltner Literat/innen hier her zum Schreiben und Seele baumeln lassen. Die Vormittage und Abende sind der Textproduktion gewidmet, dazwischen bleibt ausreichend Zeit, die vielfältig genutzt wird:  Erkundungen kultureller und kulinarischer Art - es gilt sich durch all die Mohnspezialitäten zu kosten -, Wanderungen und Spaziergänge. Und natürlich der Thaya zusehen, wie sie sich gemächlich an der Stadt vorbeischiebt, oder sich im kühlen Nass erfrischen, und dabei am gerade geschriebenen Text feilen. 

Ausgewählte Texte wurden am Donnerstagabend im Schlosshof gelesen, direkt neben dem Brunnen, der die Worte vergnügt untermalte. Dabei staunte das Publikum über die Bandbreite des Vorgetragenen: von Schlaflosen und Geretteten, von der Kraft der Farben und dem Schutz des Unsinns, sowie von genialen,  wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Erfindungen und vielem mehr.  

Ganz herzlich gedankt sei an dieser Stelle jenen, die die Schreibwerkstätten der Litges immer wieder ermöglichen: LItges-Präsidentin Mag.a Eva Riebler für ihr Engagement und ihren Esprit, Frau Brigitte Häckel für die reibungslose Organisation im Schloss und dem Team des Bildungszentrums,  die sich um Zimmer und Frühstück kümmerten, sowie Herrn Gerhard  Zotter von der Stadtgemeinde Drosendorf für die organisatorische Unterstützung im Vorfeld der Lesung (Aufstellen von Bühne und Mikrofon und Druck der Plakate)
Ein Auszug der vorgetragenen Texte findet sich in der vorliegenden etcetera- Ausgabe 77.

Gudrun Breyer