Elisabeth Reichart: In der Mondsichel und anderen Herzgegenden. Rez.: Eva Riebler-Übleis
Eva Riebler-Übleis
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Elisabeth Reichart: In der Mondsichel und anderen Herzgegenden. Gedichte.
Salzburg: Otto müller 2013, 85 S.
ISBN 978-3-7013-1212-2
In den vier Kapiteln wie „Jeder Ort/kein Ort“, „Träume“, „Herzgegenden“ und „Nacht“ versammelt Elisabeth Reichart 47 Gedichte.
Über Lyrik zu schreiben, sie zu beurteilen, wenn sie ans Herz rührt, ist nicht ganz so schwierig, wie diese Texte zu entwerfen.
Wir haben und es ist heutzutage sicher keine Zeit für Lyrik!
Mit Elisabeth Reicharts Worten müsste man „zwischen den Gräsern der Gedanken“ die Lyrik loben, die heutzutage „entlang des durchstochenen Horizonts“ (aus Fahrt: S. 61) in solch einer ungewöhnlichen, guten und sparsamen Wortwahl sich ausdrücken kann.
Ihre Texte thematisieren Alpträume wie positive Gedanken. Auch im Negativen oder Traurigen findet sie noch Positives zu berichten. Z.B. S. 9: …und die Tränen der Mädchen schmecken nach Zitronengras!
Das Positive suchte sie auch in ihrem viel beachteten Roman „Die Voest-Kinder“ Otto Müller 2011, aus dem sie auf Einladung der LitGes im Frei.Raum St.P. zur Präsentation des Etcetera-Heftes Arbeitslos vortrug.
Reichart ist vielleicht eine Autorin, die Erinnerungen und Gefühle festhält und mitteilen will. Sie verdichtete bereits in ihrem Roman und poetisierte die Alltagssprache der Arbeiter und Arbeiterkinder der 40er Jahre und versuchte dasselbe nun zum ersten Mal in Form von Lyrik.
Es ist ihr diese Herausforderung wirklich gut gelungen und sie entfaltet ihre berührenden und doch klaren, lebhaften Gedanken und erzählt dem Lesenden von sich, von ihm und von den sieben Bergen, den zwölf Seen und den 1000 Städten, vom Ankommen und Weggehen, vom Umschlingen und Loslassen.
Dies alles gelingt der Autorin!
In der Ruhe und Stille erreichen uns ihre Gedanken. Und sie bereichern uns! Danke!
