Landestheater NÖ: Bürgerproduktion 4.0 Stadtgeschichte, 29.04.2016. Rez.: Eva Riebler-Übleis

Eva Riebler-Übleis
Stadterneuerung

Landestheater NÖ 29.4.2016
Bürgerproduktion 4.0 Stadtgeschichte

Regie Renate Aichinger
Dramaturgie Matthias Asboth
Bühne Patrick Loibl

Kostüme Laura Malmberg
Produktionsleitung Stephan Pfister
Techn. Leitung Albert Haderer

Unter der Regie von Renate Aichinger, die im letzten Jahr mit der Bürgerproduktion 3.0 Glanzstoff den äußerst begehrten Nestroy-Preis bekam, ging es in die vierte Runde. Wiederum wurde ein Stationentheater an 8 Örtlichkeiten vorbereitet: Von der Leiner Auslage mit einem Gespräch des Ehepaares durch die Auslagenscheibe; weiter zu der  Sparkassa-Aula mit dem Gründungsbericht bzw. spaßigen Werbefeldzug zur Hauptstadterhebung St. Pöltens vor 30 Jahren, betitelt „Siegfried oder Die Generalmobilmachung“ von Michael Zieglwagner, dem Dom-Refektorium als Stätte der Einwanderer mit dem Sprechstück „Wir leben“  von Zdenka Becker; dem Pittner-Drama mit Norbert Pohl/Doris Figl als seine Enkelin zur Zeit Hitlers, betitelt: „Warten auf den Tod“ von der jüngsten Autorin Cornelia Travnicek; dem barocken Ambiente der Kirche und des Internats der Mary Ward- Räumlichkeiten mit „krosse töchter“, einem Blick auf die starken Frauen – krass krossen töchter - dieser Stadt von Renate Aichinger; dem Steingöttersaal mit dem Lebensdrama des begabten Dichters und Kunstreiters, -.reiterin Emil Alois Mario Ferdinand Hugo Vacano (1840-1892) in spannender Doppelrollenbesetzung „kein Blick zurück jetzt “ von Moritz Beichl und bis zum barocken Bürgermeisterzimmer mit dem Drama um den Bürgermeister von 1900-1905 Wilhelm Voelkl/Merten Gareiss, der die Stadt elektrifizierte, genannt „Illuminatus“ von Bernhard Moshammer.

Die Blasmusikkapelle der Musik- und Kunstschule St.P., 50 tatkräftige Unterstützer und über 50 St.Pöltner BürgerInnen als Laienschauspieler waren dabei und stürzen sich mit einem derartigen Können und Engagement in ihre Rollen, dass die Bewunderung und Spannung bis zum großen, gemeinsamen Auftritt am Riemerplatz keine Sekunde riss!

Niemand konnte glauben, dass in der Tat Laien die meist historischen St. Pöltner BürgerInnen so grandios, einfallsreich und authentisch verkörperten!

Das historische Ambiente und diese personifizierten Geschichten einer Stadt machen St. Pölten noch liebenswürdiger, lebendiger und den BürgerInnen, spielenden wie zuschauenden, enger verbunden!

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