Bühne

30.01.2020 19:30 Uhr Premiere Landestheater, Figaros Hochzeit, aber nicht die Oper

Eva Riebler

FIGAROS HOCHZEIT, aber nicht die Oper
Die Geschichte eines revolutionären Friseurs

Nach W. A. Mozart und Lorenzo Da Ponte

30.1.20, 19.30 Uhr Premiere Landestheater Gr. Saal
Nach Friedrich Hebbel

Nur sechs Schauspieler: ein wunderbarer Tilman Rose als revolutionärer Figaro, eine kecke, spritzige Marthe Lola Deutschmann als Susanne, ein starker, mächtiger Michael Scherff als Graf Almaviva, Katharina Haindl als Gräfin mit wunderbarem Sopran, Andreas Thiele als Cherubin und Antonio mit Falsett-Stimme und die Neuentdeckung Boris Fiala in weiblicher Rolle als Marcellina mit Wiener Dialekt.

Stets eine Überraschung parat hat diese witzige Inszenierung von Philipp Moschitz.

Mozarts Welt und seine Intention gegen adelige Privilegien anzuspielen und zu singen geht voll auf. Es ist trotz toller Frisuren und Aufmachung beileibe kein theatralischer Kostümschinken, sondern schuldet unserer Zeit das Amüsement mit Witz und großem Tempo.

Eine Pause (Spieldauer 1 St. 30 Min.) ist gar nicht von Nöten, da das Interesse und die Spannung ununterbrochen gehalten werden.

Ein wunderbare Erneuerung eines Stückes von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais mit eingestreuten Arien aus Mozarts Oper!

Unbedingt ansehen!

Festwochen Salzkammergut Gmunden Toscana-Congress Konzert 23.7.2020: The Erlkings & Franzl

Eva Riebler

Festwochen Salzkammergut
Gmunden Toscana-Congress Konzert 23.7.2020

The Erlkings
Franzl
Bryan Benner – Bariton, Gitarre
Ivan Turkalj – Violincello
Thomas Toppler – Perkussion, Vibraphon
Simon Teurezbacher – Tuba

Mit FRANZL ist Franz Schubert gemeint, denn Bryan Benner hat viele der 700 Lieder Franz Schuberts in bestes Englisch übertragen und sein dynamisches Team gibt Passagen mit den jeweiligen Instrumenten pointiert wieder. Großartig ist sein Bariton und die Textung ins Englische der Schillerschen Balladen. Sie zeigen eine Freude an der harmonischen Musik und eine Ehrung Schuberts Werke. So wird das Kunstlied modernisiert und das Publikum hat Freude an der dynamischen und unerwarteten Umsetzung. Er verschmilzt deutsches Liedgut mit sehr berührenden Geschichten. Zu den ersten acht Liedern hat er Texterklärungen parat, die berühren und plausibel Eindrücke und Hintergrundwissen vermitteln, die bereits in der Nachmittagsvorstellung 100 Kinder begeisterten.

Ein Amerikaner, der erst seit 2011 in Österreich weilt, bringt so mittels charmantem Humor und herausragender Stimme dem österreichischen Publikum historisches Liedgut sehr nahe!

Großartig!

 

Salzkammergut Festwochen 2020: Konzert Willi Resetarits & Die raue Seele des Stubenblues

Eva Riebler

Konzert Willi Resetarits & Die raue Seele des Stubenblues
Toscana Congress Zentrum, 17.7.2020. 20 Uhr   

Statt Ernst Molden (krankheitshalber verhindert) und seiner Band inklusive Willi Resetarits sprangen die Stubenblues mit den drei Salzburgern Stefan Schubert als Konzertmeister/Gitarre, Peter Angerer/Percussion und Klaus Kircher/Bass ein.

Kurz bemerkt: Im Chorgesang großartig, in der Moderation Resetarits langatmig bis langweilig.

Zu Beginn drei H.C. Artmann-Lieder mit Dialekt-/Fallfehler („am ärmsten is ma ohne DIR“ – da wäre im Dialekt „ohne di“ schon flüssiger gewesen), die nur zarte Stimmung brachten. Jedoch mit den brandneuen Liedern mit Mundharmonika, besonders ab dem Lied aus der Heimat Resetarits, aus Stinatz, kam melodische und rhythmische Begeisterung von der Bühne und alles war und klang wieder gut!

Landestheater 14.02.2020 Premiere "BLACK" von Luc Perceval

Eva Riebler

Landestheater 14.2.2020
BLACK

Von Luc Perceval

In seiner Trilogie „Black“, „Yellow“ und „Red“, den belgischen Nationalfarben, verarbeitet Regisseur Luk Perceval die Geschichte und Identität Belgiens. Der erste Teil „Black“ befasst sich mit dem kolonialen Erbe im Kongo. Bei der Berliner Kongo-Konferenz 1884/85 wurde dem belgischen König Leopold II der Kongo als Privatbesitz zugesprochen. Damit begann für die Bevölkerung des rohstoffreichen Landes ein Martyrium schrecklichen Ausmaßes: mit ungeheurer Brutalität wurde die gesamte Bevölkerung für die Kautschukernte herangezogen. Leopold II war verantwortlich für grausamste Menschenrechtsverletzungen. Im Mittelpunkt der bildstarken und musikalischen Inszenierung steht der afroamerikanische Missionar William Henry Sheppard, der dies dokumentierte und Aufmerksamkeit schuf für ein Verbrechen, das in Belgien bis heute weitgehend verdrängt wird.

„Percevals Theaterinstallation will letztlich Versöhnung und inszeniert im Schlussbild den Traum vom Schwarze und Weiße verbindenden Stammesritual, befeuert vom furiosen Theatermusiker Sam Gysel.“ DEUTSCHLANDFUNK

Das NTGent gehört aktuell zu den wichtigsten Theaterhäusern Europas.

In flämischer, englischer und französischer Sprache Mit deutschen Übertiteln.

Mit Aminata Demba, Tom Dewispelaere, Andie Dushime, Frank Focketyn, Yolanda Mpelé, Nganji Mutiri, Peter Seynaeve, Chris Thys

Inszenierung Luk Perceval Bühne Annette Kurz Kostüme Ilse Vandenbussche Dramaturgie Steven Heene Musik Sam Gysel

Österreich-Premiere Fr, 14.02.2020, 19.30 *  

Festival Grafenegg, 16.8 - 8.9.2019 European Union Youth Orchesta

Eva Riebler

Festival Grafenegg 16. 8. Bis 8. 9. 2019
European Union Youth Orchestra
mit Andreas Ottensamer/Klarinette und Stéphane Denéve/Dirigent Abendkonzert 18.8.2019
Peter Rucicka: Fanfare f. Solotrompete und Orchester, Auftragswerk 2019

Dieses zarte Auftragswerk, in dem eine Fanfare als Kontrapunkt zum Orchester von seitlich oben erklingt, ist sehr entbehrlich und erfüllt nicht die Erwartungen an den für Musik Adventure bekannten Composer in Residenc des Grafenegg Festivals 2019. Ein schwacher Klang, der zu Mahlers Fünfter hinführen soll, aber nur kläglich versickert und keine Lust vermittelt.

Ganz im Gegensatz dazu die beiden weiteren Stücke: Mozarts Klarinettenkonzert und Mahlers Fünfte:

Ein furioser Klang! Ungestüm, temperamentvoll und beweglich konzentrieren sich die jungen Musiker/innen und liefern ein Klangwerk, das befeuert und einzigartig in dem voll besetzten Wolkenturm erklingt!

Wirklich monumental und großartig!

Die sich gegenseitig inspirierenden jungen Musiker/innen legten nach dem unbändige Freude ausdrückenden Finale im anschließenden Late Night-Konzert auf offener Bühne im Reitstall nochmals Zeugnis ab von ihrem Können und ihrer mitreißenden Impulsivität!

Ein großartiges und bewundernswertes Jugendorchester!