39 / Essay: Feldzug gegen die Vernunft. Roman Schweidlenka

Roman Schweidlenka
FELDZUG GEGEN DIE VERNUNFT

 

Seit den siebziger Jahren gibt es immer wieder kritische Berichte über Gruppen, die in der Regel als „Sekten“ bezeichnet werden. Als in den neunziger Jahren auch das EU-Parlament dazu aufforderte, kritische Informationen über „Sekten“ bereitzustellen, kam Bewegung in die politische Landschaft – nicht zuletzt, weil einige der autoritären religiösen Gruppierungen statt der Demokratie lieber einen „erleuchteten“ Führer an der Spitze der Gesellschaft sehen möchten. Horrorberichte über Scientology lieferten eine zusätzliche Dramatik und Dynamik.

 

Doch bald zeigte sich, dass mit der kritischen Bearbeitung der Sektenthematik ein ausuferndes Feld betreten worden war. Auch an den Rändern der etablierten christlichen Kirchen tummeln sich Vereinigungen, auf die etliche Merkmale zutreffen, für die „Sekten“ zu Recht kritisiert werden. Radikale fundamentalistische Gruppierungen, sei es im moslemischen, sei es im christlichen Bereich, sitzen mit den angeprangerten „Sekten“ durchaus im selben Boot. Dazu kommen einige Trends unseres ausufernden Esoterikbooms, der teilweise bereits zu einer wirtschaftlichen Macht angeschwollen ist, in dem autoritäre Strukturen nicht die versprochene Erleuchtung, sondern Entmündigung und Leid für Menschen bedeuten. Letzte Meldung: Inzwischen bestätigen Forschungen, dass auch Neonazi-Gruppen, der neuste Hit unserer Politlandschaft, mit „Sekten“ vergleichbar sind. Nicht zuletzt ist es schwer, wieder auszusteigen.

 

In einer Zeit, in der sich alte Bindungen an etablierte Religionen und Parteien, an Dorfzugehörigkeiten und Familienverbände, mehr und mehr auflösen, eifrig im Dienste neoliberaler Politik am Sozialstaat genagt wird und eine erzwungene Mobilität nicht nur Völkerverständigung und Emanzipation hervor ruft, greifen viele Menschen, orientierungslos geworden, nach jedem Strohhalm, der ihnen Rettung, Heil, Halt, Sicherheit verspricht; und Gemeinschaft in einer atomisierten Welt, in der sich IchAGs als Dschungelkämpfer mühevoll durch ein isoliertes Leben schlagen.

 

Die moderne Welt bedrückt viele durch ihre Unübersichtlichkeit. Wer weiß schon, was in Brüssel entschieden wird und wie dort der Hase läuft? Moderne Seelenfänger bieten eine stark vereinfachte Sicht der Wirklichkeit: Schwarz-weiß, hier die Guten, dort die Bösen, hier die Freunde, dort die Feinde. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns, Zwischentöne ausgeschaltet, die Anderen sind zum Abschuss, bestenfalls der tiefsten Verdammnis frei gegeben. Die vielfältige, bunte Welt der Wirklichkeit hat keinen Platz, keine Existenzberechtigung mehr. Mit dem Tunnelblick, der Entlastung und (ideologischen) Halt suggeriert, verbinden sich dann Feindbilder und überholte Moralgesetze. True love waits, kein Sex vor der Ehe, ist z.B. ein neuer Renner bei vielen fundamentalistischen Glaubensgemeinschaften.

 

Wer darunter leidet: Die Vernunft. Und mit ihr die Demokratie. Der mündige Mensch, oft zitiertes, fast nie erreichtes, selten ehrlich gefördertes Ideal unserer Gesellschaft, genießt bei „Sekten“ und verwandten Gruppen keine Anerkennung. Im Gegenteil: Autoritäre Gurus, Führer und selbsternannte Meister, erleuchtet durch die Gesetze neoliberaler Marktwirtschaft, geben die Linie vor. Beuten Bedürfnisse aus. Manipulieren Sehnsüchte. Und die Lemminge folgen. Getäuscht. Eingeschüchtert, voller Zwänge, die als Befreiung, als Rettung interpretiert werden. Natürlich halten diese engen, ideologisierten Glaubenssysteme dem Druck der Wirklichkeit nicht stand. Wodurch ewige Angst, permanente Indoktrination, fortschreitende Fanatisierung entsteht. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Diese Ausführungen sind kein Plädoyer gegen Spiritualität, auch nicht gegen Religionen. Sie verstehen sich als Verneigung gegenüber kritischer Vernunft und Demokratie, die auch im religiös-weltanschaulichen Sektor eine Existenzberechtigung aufweisen.

 

Roman Schweidlenka:

Sektenexperte und Leiter der LOGO ESO.INFO (Esoterik, Sekten, Okkultismus) bietet umfangreiche Informations- und Präventionsdienstleistungen. Beratungsstelle des Landes Steiermark für neue religiöse und politische Bewegungen. www.logo.at

 

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39 / Essay: Der Schönheitsreflex und seine Konsequenzen. Ingrid Reichel

 

 

 

 

Ingrid Reichel
DER SCHÖNHEITSREFLEX UND SEINE KONSEQUENZEN
Ein innerer Diskurs nach dem 13. Philosophicum in Lech

 

 

Ingrid Reichel und Eva Riebler besuchten das 13. Philosophicum Lech (16. – 20.09.09), welches als Thema „Vom Zauber des Schönen. Reiz, Begehren und Zerstörung.“ hatte.

 

Ausführliche Berichte über die einzelnen Vorträge finden Sie auf der Homepage der LitGes unter u.s.w.

 

Die Menschheit scheint immer mehr dem Schönheitswahn zu verfallen. Unentwegt werden wir mit Kosmetika und der Pflege unseres Körpers konfrontiert. Üppige Leuchtreklamen, fulminante Werbespots und Fettgedrucktes werben für schlanke Schönheit, glatte Haut und knusprige Bräune. Es hat sich eine neue Trias der Schönheit, der ewigen Jugend und der Gesundheit gebildet und die einstige Dreiheit des Schönen, des Guten und des Wahren abgelöst. Neue Berufe, Zweige und wissenschaftliche Bereiche haben sich gebildet, wie z.B. die Attraktivitätsforschung. Dabei haben wir so etwas wie einen Schönheitsreflex, der uns dazu verleitet, eher schönen Menschen zu glauben, zu vertrauen und zu folgen. Es reichen, laut Verhaltensforscher und Evolutionsbiologen Karl Grammer, 100 Millisekunden, die äußerliche Erscheinung wahrzunehmen, die die Entwicklung einer Beziehung bestimmen wird. Innerhalb von 50 Millisekunden wird bereits ein Gesicht wahrgenommen und innerhalb von 17 Millisekunden bewerten wir seine Attraktivität, weiß der Arzt und Autor Ulrich Renz.

 

Doch was ist schön? In dieser Frage liegt die allgemeine Verunsicherung. Zu viele Menschen sind mit ihrer äußeren Erscheinung unzufrieden, meinen den Anforderungen der Zeit nicht zu entsprechen.

Offensichtlich bevorzugen wir gewisse Maßstäbe, die vom Scheitel bis zur Sohle reichen: Augenabstand, Nasenlänge, Proportion des Gesichts und des Körpers. Viele wissenschaftlich durchgeführte Tests belegen, was wir als schön empfinden. Seit der Antike hat jede Epoche ihre eigenen Schönheitsideale hervorgebracht, immer mit dem Bestreben nach Höherem verbunden. Kulturelle Unterschiede, je nach geographischer Lage, prägen unseren Schönheitssinn. Sieht man davon ab, beginnt sich in Zeiten der Globalisierung unser Verständnis von Schönem zu gleichen. War Schönheit einst ein außergewöhnliches Merkmal, welches einen Menschen vom Durchschnitt abhob, so ist sie mittlerweile zur Norm geworden. Schönheitskorrekturen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei. Je mehr also unser Schönheitsideal formuliert werden kann, desto mehr steigt bei normal attraktiven Menschen das Verlangen diesen Anforderungen zu entsprechen, ist die Perfektionierung doch durch „nur“ kleine operative Eingriffe erreichbar.

 

Die Schönheit jedoch sei kein demokratisch herstellbares Gut, so Konrad Paul Liessmann in seiner Einführung. In einer Welt, in der Glücksgefühle schon eine Verpflichtung sein können, erzeuge der Schönheitswahn n o c h keine Bestürzung oder Belächelung, meint der Philosoph und wissenschaftliche Leiter des Philosophicums. Unser Reflex, im Schönen das Gute zu erkennen, wird von der Sehnsucht nach Hoffnung geleitet. Warum in der Schönheit soviel Hoffnung liegt, wird damit begründet, dass schöne Menschen vom Babyalter an mehr Liebe erhalten. Und die Liebe macht uns stark! So gewinnt ein geliebter Mensch ohne viel Zutun ein stärkeres Selbstbewusstsein, kann sich demnach schneller in der Schule und im Beruf durchsetzen und darf daher mit mehr Anerkennung, einer höheren Ausbildung und einer besseren Karriere rechnen. So die statistische Auswertung. Wir könnten daraus schließen, dass schöne Menschen nicht nur erfolgreicher, sondern auch glücklicher und zufriedener als die Durchschnittsbürger sind. Insofern ist es nicht abwegig, dass der Körper heute als eine Kapitalanlage gilt, und dass im Zeitalter des Kapitalismus der Trend darin besteht, in diese Anlage zu investieren.

 

Manche investieren dann allerdings in mehr als nur eine Kleinigkeit. Die Medienwissenschafterin Bernadette Wegenstein hat sich die neuste Entwicklung der Körpermodifikation angesehen, Make-over. Menschen, die sich weigern einer Gruppierung anzugehören, wie Hautfarbe oder Geschlecht, unterziehen sich einer langjährigen Behandlung mit Hormonen, Operationen u.s.w. Am Beispiel des verstorbenen Superstars Michael Jackson erläuterte sie das psychologische Phänomen und den langwierigen Prozess der physischen Veränderung. Klar wurde in diesem Philosophicum auch, dass wir uns zunehmend zur Androgynität hinbewegen.

 

Nichts desto trotz bevorzugen Frauen noch immer im Schnitt das machohafte Testosteron, Männer also mit breiten Backenknochen. Ob die auch tatsächlich männlicher sind, mutiger, heroischer als die mit weniger Testosteron beglückten Geschlechtsgenossen, sei dahingestellt. Die amerikanische Armee interessierte dies und fand zumindest heraus, dass Generäle vorwiegend mit einem prägnanten starken Unterkiefer ausstaffiert sind. Zu weiteren Schlüssen hat die Studie wohl nicht gereicht. Im Übrigen kann man männliche von weiblichen Gesichtsmerkmalen erst ab dem 10. Lebensalter unterscheiden. Frauen hören früher auf zu wachsen, erhalten sich somit ihr kindliches Aussehen und ersparen sich deshalb die sperrige Kinnlade, weil sie mit weniger Testosteron gesegnet sind. Dafür verlangt das Sexualhormon auch seinen Tribut: Männer sterben im Schnitt früher als Frauen. Also muss Schönheit doch leiden? Aber dieser Frage nahm sich Erziehungswissenschafterin Käte Meyer-Drawe an. Sie stellte zur Diskussion, ob das Individuum überhaupt ein Eigentumsrecht auf den eigenen Körper habe. Laut Gesetz wäre dies nicht geklärt. Im Hinblick einer Veränderung, wie die einer kosmetischen Operation, dürfe man keinesfalls seine Mitmenschen außer Acht lassen. Sie sind es, die mit der Transformation konfrontiert werden, sich selbst sehe man ja nicht. Am Ende ist es der Andere, der darunter leidet, weil ihm durch die Entfernung der Lebensspuren, die nun mal Falten sind, ein ihm gewohnter Gesichtsausdruck genommen wurde (Meyer-Drawe bezog sich hier konkret auf Botox-Behandlungen). Nach dem Neurowissenschafter Marco Iacoboni zu urteilen, müssten daran unsere Spiegelneuronen maßgebend beteiligt sein (Siehe Rezension etcetera Nr. 39, S. 64).

Das Recht über seinen eigenen Körper zu bestimmen, wirft natürlich noch ganz andere heikle Fragen auf. Wie steht es dann mit dem Schwangerschaftsabbruch? Aber das steht hier natürlich nicht zur Debatte und ob Frau Meyer-Drawe sich überhaupt mit den Konsequenzen ihrer Forderung bis ins kleinste Detail auseinandergesetzt hat, kann man von einem einstündigen Vortrag nicht wirklich verlangen. Ihre ethischen Bedenken und die Skeptik gegenüber dem Schönheitswahn sind jedenfalls berechtigt.

Unsere faciale Gesellschaft erhöht mit ihrer Technologie des Zooms den Anspruch auf Makellosigkeit. Doch Schönheit ist nun mal vergänglich und Meyer-Drawe erinnerte daran, dass das Flüchtige nur im Zauber der Vergänglichkeit blühe.

 

Hinter dem Zauber steht die Partnerwahl. Letztendlich diene die Schönheit als Signal zur Fortpflanzung, so lautet die Analyse des Literaturwissenschafters Winfried Menninghaus: Vom Werkzeuggebrauch bis zur Kunst, von der Sprache bis zum Gesang, alles nur Imponiergehabe zur Reproduktion. Menninghaus entführte auf eine Zeitreise von 40.000 Jahren in die Vergangenheit. Am Gesang des Vogels, besonders am konkreten Beispiel des Laubenvogels, erörterte er den Bezug zur Sexualität des Menschen. Oft sei die übertriebene Ornamentik und Signalwirkung der Schönheit überflüssig, manche Arten seien deswegen schon ausgestorben.

 

Am Ende des flüchtigen Zaubers warten der Verfall und dann der Tod. Und gerade was doch nicht verhindert werden kann, wird mit allen Mitteln bekämpft. So scheint es, dass uns nur die schönen Künste über dieses fatale Ende hinwegtrösten könnten. Les beaux-arts haben jedoch mit der Schönheit schon lange nichts mehr am Hut. Seit man erkannt hat, dass es sich um Betrug am Menschen handelt und dass wahre Kunst niemals Gefälligkeit bedeuten kann, hat sich die Kunst von der romantisierten Version der Realität abgewandt. Natürlich gibt es immer wieder Stilrichtungen der tendenziellen Verschönerung, alleine schon um die Gräuel des Alltags im Gleichgewicht zu halten. Und so ist es nicht von ungefähr, dass sich die bildende Kunst den Kitsch zum Thema nimmt. Wir finden es beim Künstlerpaar Gilbert & George oder Jeff Koons am Repräsentativsten. Doch Kitsch im Alltag spielt nach wie vor eine große Rolle. Vom harmlosen Gartenzwerg bis zu Konzerten von Hansi Hinterseer, all dies sind Stimulationen, die uns fern ab vom Bösen in Sicherheit wiegen. Der Kulturwissenschafter und Mitherausgeber der Zeitschrift „Querformat“ Thomas Küpper erläuterte an den Beispielen der Liebesromanautorin Hedwig Courths-Mahler (1867-1950), des Massentourismuses und eines Konzerts des niederländischen Musikers André Rieu in Schönbrunn, dass Kitsch selbstreflexiv sei. Die Massenproduktion beherbergt den Wiederholungsmechanismus und Wiederholung bedeutet Wiedererkennung und die wiederum verströmt ein Gefühl der Geborgenheit. Doch das Eintauchen in diese Phantasiewelt verhindere nicht ein Auftauchen zurück in die Realität des Alltags. Die Kritik am Kitsch wäre somit nicht haltbar, lautet die Aussage Küppers.

 

Küppers scheint hier einer Verharmlosung des Kitsches zum Opfer gefallen zu sein. Zieht man in Betracht, dass Idealisierung und Heroisierung in ihrer Übertreibung immer mit einem starken Kitschfaktor belastet sind, kann man die Propagandamaschinerie des Dritten Reichs in ihrer Gesamtheit sehr wohl zum Kitsch zählen. Konkret beziehe ich mich auf Filme, Plakate, Literatur und ganz speziell auf Schulbücher, die zwanghaft aufzeigen, dass in einem arischen gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen müsse. Hier funktionierte die Theorie der Selbstreflexion nicht mehr. Das Wiedereintauchen in die Realität fand nicht statt. Unterhaltend waren die Vorkommnisse so gut wie für niemanden. Der Verdrängungsmechanismus, der vor dem drohenden Alltag (vor Arbeitslosigkeit, Hunger etc.) entfliehen ließ, gewann die Oberhand. Kitsch wurde zum Werkzeug des Bösen.

 

Dass das Böse in der Gestalt des Führers Adolf Hitler gerade einem Schönheitswahn unterlag, ist nicht vielen bekannt. Die Kunsthistorikerin Birgit Schwarz beschäftigte sich eingehend mit der Kunst im Dritten Reich. 2009 erschien ihr neuestes Werk „Geniewahn. Hitler und die Kunst.“ (Wien: Böhlau Verlag). In Lech referierte sie über Hitlers Kunstsammlerleidenschaft und seine Besessenheit nach dem deutschen Genie. Seine Sammlung war beachtlich und weitaus besser, als man ihm nachsagte. Außerdem hätte er ein Talent zur Architektur besessen. Schwarz räumte auch mit dem Irrglauben der Nazikunst auf, die für die damalige Zeit nichts anderes als zeitgenössisch zu betrachten sei. Monumentale Kunst war damals in den bolschewistischen, kapitalistischen und faschistischen Ländern gleich verteilt. Die Deutschen haben es eben zum Leidwesen Hitlers nicht zu einem eigenen Stil geschafft. Das Genie blieb schlichtweg aus. Wie könnte auch in einer Diktatur das Genie sich erkennbar machen, das die Freiheit des Denkens benötigt, um schöpferisch wirken zu können? Doch Hitler fand einen Ausweg und widmete sich fortan dem Sammeln von Kunst, die er vorwiegend durch Enteignung erwarb. Auch eine private Sammlung konnte er sich mit Gemälden des deutschen 19. Jahrhunderts und der europäischer Malerei vor 1800, wie italienische Renaissance und Barock aufbauen.

Wie schnell also schöne Kunst zum Instrument der Machtpolitik missbraucht werden kann, sehen wir am Beispiel Hitlers. Die Sehnsucht nach Höherem und Schönem verlangt seinen Tribut. Und der liegt im Erfolg eines Genies. Vielleicht liegt aber der Erfolg im Liebesentzug. Die Hoffnung durch Anstrengung und Eifer, die vorenthaltene Zuneigung durch Diplome und Erfolge doch noch zu erlangen, und wenn es durch Kriegsführung ist. In der Sehnsucht nach Schönheit steckt ein zerstörerisches Element.

 

Doch worum geht es, wenn wir über Erfolg sprechen? Der Geschichtsphilosoph Johann Kreuzer bringt in Lech die göttliche Begeisterung der Antike im Sinne Platons ein, ein Enthusiasmus, der süchtig und bedürftig mache. Nach Kant, so Kreuzer, habe das Schöne nichts mit der Ästhetik zu tun als vielmehr mit dem Gemüt des Wohlempfindens. Dennoch ließe uns die Begeisterung durch das Schöne, Göttliches erfahren, die uns eine Sinnerfüllung auf Zeit auf höchster Ebene verspricht. Im Gegensatz dazu sieht die Bildhauerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow den Schwerpunkt zukünftiger Forschung in der Entmythologisierung des Höllischen. Anhand des Schönheitswettkampfs in der griechischen Mythologie, wo Paris sein berühmtes Urteil zwischen Aphrodite, Pallas Athene und Hera fällen muss, führte Samsonow ihre Erläuterung fort. Paris, der von allen dreien bestochen wird, entschließt sich für Aphrodite, die ihm die schönste Frau der Welt verspricht, Helena, die er allerdings erst rauben muss und dadurch den Trojanischen Krieg auslöst. Mit Helena gelingt Samsonow die Parallele zur Gegenwart. Mit den absurden Schönheitsanforderungen an die Frauen, die bis zum Erdmittelpunkt führen „From Helena to hell.“, war sie die einzige in Lech, die auf humorvolle Weise auf die entsetzliche Tragweite der Industrialisierung und Instrumentalisierung der Schönheit der Frau verwies.

 

Doch wann auch immer endlich eine Entmythologisierung und zwar nicht nur von der Hölle stattfinden wird, die Natur bahnt sich ihren Weg. In der Wechselwirkung von Natur und Kunst sieht der Philosoph Martin Seel die Lebendigkeit des Schönen. Am Beispiel einer Explosion im Film „Zabriskie Point“ beschreibt er die Ästhetik der Zerstörung, während er davon überzeugt ist, dass die Natur selbst unzerstörbar ist. Die Menschen gehen, die Natur bleibt. Dagegen zeigte der Kulturgeograph Werner Bätzing anhand der schönen Alpen den verwegenen Einfluss des Menschen auf die Landschaft. Die Landschaftsästhetik müsse abgegrenzt werden, obwohl eine Rückführung zum Ursprünglichen, Unangetasteten einer reinen Natur weder möglich noch erstrebenswert sei.

 

Das Streben nach Reinem, nach Höherem, nach Ethik und Moral hat sich bis jetzt nicht durchgesetzt.

Das Streben zum Genie verfiel meist dem Wahnsinn. Alle Versuche die Menschen in Gleichheit zu versetzen, schlugen fehl. Es bleibt das Streben nach Wachstum. Das kapitalistische Streben nach mehr.

Wir haben vergessen, dass Selbstkritik – der erschütternde morgendliche Blick in den Spiegel z.B. – das vernichtenste Urteil aller Zeiten ist. Medien, Moden, menschliche Unsicherheiten haben diese Selbstkritik zum non plus ultra gemacht. Wir haben vergessen die Schönheit im Verfall zu würdigen. Wir schauen vor Krankheiten, Amputationen, genetischen Körpermissbildungen und vor der sprichwörtlichen Versteinerung eines vergreisenden Menschen weg, als wäre es die Infamie schlichtweg. Wir wenden uns ab, und weil wir keinen Wiederekennungswert haben, ist uns diese Optik fremd geworden. Wir haben die Würde, diese unantastbare Würde eines Menschen vergessen, schlichtweg auf den Müllhaufen geladen und hoffen auf ein Recycling, weil 99, 9 Prozent biodegradable.

 

Ich sage die Welt muss schöner werden! Lasst uns die Welt schönoperieren. Mit Weichzeichner retouchiert können wir uns die Aufrüstungsindustrie ersparen, denn schöne Menschen führen keine Kriege. Die Beweise liegen klar auf der Hand: Stalin, Hitler und Mussolini, Roosevelt und Truman, Churchill, Brežnev und de Gaulle hätten lieber ganze Garnisonen von Schönheitschirurgen, Visagisten, Stylisten, Coiffeurs und Modedesigner beschäftigen sollen. Sie hätten sich im Salon der Madame Petit getroffen und hätten sich beim Tee um die neuesten Frisuren gestritten. Und dann diese Wirtschaftstycoons… die Onassis und Gettys unserer Welt. Reich und trotzdem nicht schön. Schöne Menschen führen keine Kriege. Schöne Menschen sind die Helden. Sie sind die Retter aus dem Elend und aus der Verdammnis. Die James Bonds, die Judge Dreads, Super-, Bat- und Spidermänner erfüllen die Mission Impossible aller Zeiten. Seid schön, dann seid ihr auch gut.

Welch eine Fiktion! Welch ein Lug, welch ein Selbstbetrug!

Und die Denker und Künstler … sie sind weder reich noch schön, können ungeleit nach Hause gehen.

 

Das 14. Philosophicum in Lech mit dem Thema „Wieviel Herrschaft braucht der Mensch?“ findet

vom 22. – 26.09.10 statt. Neue Kirche Lech, A-6764 Lech am Arlberg, www.philosophicum.com

Anmeldung unter: philosophicum@gemeinde.lech.at

 

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39 / Essay: Der Schönheitsreflex und seine Konsequenzen. Ingrid Reichel

37/ Essay: Die kleine Mondscheinsonate .... Ingrid Reichel

Ingrid Reichel
Die kleine Mondscheinsonate inmitten gefallener Mauern.
Von zähflüssigen Hoffnungen und feuchten Freudenfeiern

 

Fly me to the moon
Let me play among the stars
Let me see what spring is like
On a Jupiter and Mars
In other words, hold my hand …
(Bart Howard, 1954)

 

In other words, please be true … was hat die Mondlandung mit dem Fall der Berliner Mauer und der Lüftung des Eisernen Vorhangs zu tun?

Inmitten einer Zeit, als das Ende des Vietnamkriegs noch immer nicht in Sicht war, der Kalte Krieg seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht hatte, inmitten von Bürgerrechtsbewegungen, sexueller Befreiung, Frauenemanzipation und Woodstock-Euphorie arbeitete die Menschheit an einem weiteren Traum: „Der Mann am Mond.“

Es war in John F. Kennedys Amtszeit, dass die erste bemannte Mondlandung für noch vor 1970 prognostiziert wurde. Die Amerikaner konnten den Vorsprung der Russen in der Raumfahrt nicht länger hinnehmen. Vor genau 40 Jahren war es dann tatsächlich soweit. Die Saturn-V-Rakete Apollo 11 startete am 16. Juli 1969 mit den drei Astronauten Mike Collins, Buzz Aldrin und Neil Armstrong an Bord. Die ganze Welt schaute zu, als die Mondfähre "Eagle" am 20. Juli landete und Neil Armstrong – als einziger Zivilist der Besatzung – als erster Mensch mit den bewegenden Worten „A quite small step to man, but one giant leap for mankind“ den Mond betrat.

„Wir haben es geschafft!“ war der weltweite Begrüßungssatz, den die drei Astronauten hörten, als sie nach ihrer Rückkehr auf Welttournee gingen. „Wir Menschen, haben es geschafft!“ Ein Augenblick der Solidarität mit den Amerikanern, eine Besinnung zum Frieden, ein kurzweiliger Moment für soviel Schubkraft, für das zweitlauteste, gleich nach der Atombombe kommende, von Menschenhand gemachte Geräusch, der Explosion beim Start der Saturn V. Doch John F. Kennedy konnte diesen Friedensknall nicht mehr hören - so wie er auch den letzten Knall in seinem Leben am 22. November 1963 nicht mehr hörte, ausgelöst von jener Munition, die seine Schädeldecke zertrümmerte.

1968 erschoss man seinen Bruder, zwei Monate davor Martin Luther King und 20 Jahre zuvor den bereits betagten Mahatma Gandhi. Die 20-Jahres-Feiern mit dem Verdoppelungssprung haben es in sich.

Aber … wir haben es geschafft!

 

Der bewegende Moment im All - den Blick auf die Erde gerichtet, auf diesen so fragil wirkenden blauen Planeten im Kontrast zu diesem tiefen Schwarz - drängt nach wie vor die Menschheit mitsamt ihren Problemen angesichts dieses überwältigenden Naturschauspiels und gemessen an der Größe des Universums in eine absolute Bedeutungslosigkeit.

Doch Erkenntnisse halten nicht lange. All unsere Ängste und Sorgen bleiben unter einer Wolkendecke verborgen, werden wie unter einer riesigen Käseglocke frisch gehalten.

Wir haben es geschafft, und wir werden es weiterhin schaffen, unsere schönsten Träume in Albträume zu verwandeln. Letztendlich ging es und geht es nach wie vor nur um Machtdemonstration. Der Kalte Krieg sollte sich bis in das All fortpflanzen, der Krieg der Sterne, das Wettrüsten ohne Ende. Manche Spinner preisen das Wettrüsten und den Bau der Atombombe noch heute als die einzige Möglichkeit eines friedlichen Gleichgewichts. Und noch ganz andere Spinner verharren in der Ansicht, die Erde sei eine Scheibe. Und dann gibt es die, die an eine Verschwörungstheorie glauben und die ganze Mondlandung der Amerikaner als Betrug an der Menschheit sehen.

Jeder rückt sich das Leben so zurecht, wie er es braucht, und der Glaube versetzt bekanntlich Berge.

 

Dabei ist die Erfolgsgeschichte der Raumfahrt sehr eng mit dem Sieg der Alliierten verbunden.

"Paperclip", was soviel heißt wie Heftklammer, war eine Aktion, die während des 2. Weltkriegs gezielt deutsche Wissenschaftler suchte. Bereits 1945 verschiffte man über hundert Raketen-Entwickler in die USA, die bedeckte Operation nannte man sinnig "Overcast". Sie und 100 A4-Raketen bildeten die Grundlage des amerikanischen Raketenprogramms. Dabei ging es um die gefährliche V2-Rakete, die als erste die Grenze zum Weltraum durchstieß, jene Vergeltungswaffe, die die Nazis in ihrem ersten Einsatz gegen London abfeuerten. Konstruiert hatte sie Wernher von Braun, der dann maßgeblich an den erfolgreichen Mercury-, Gemini- und Apolloprogrammen beteiligt war und der die Entwicklung der ersten Stufe der Saturn-V-Trägerrakete – eben jener Rakete, die dann zum Mond flog – leitete. Seine Nazi-Vergangenheit verdrängte man auf Grund seines Erfolgs noch erfolgreicher. Wir haben es geschafft!

 

Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, jene Mauer, die den Kalten Krieg am deutlichsten zur Schau stellte.

Es bedurfte vier Verbündeter, um den komplexbehafteten Österreicher namens Adolf Hitler zu stoppen. Der Totale Krieg wurde durch den Kalten Krieg ersetzt. Denn was damals dem Nazi der Jude war, war dem Kapitalisten der Kommunist und vice versa. Die Rolle des Erzfeinds ist wohl eine der ältesten in der Menschheitsgeschichte. Die Liaison der vier Weltmächte hielt gerade so lange, bis sie ihre Beute aufgeteilt hatten. Und so riss man ein Volk entzwei, trennte ganze Nationen in Ost und West, in kommunistisch und kapitalistisch, in relative Gefangenschaft und in relative Freiheit. Wer hätte gedacht, dass ein drittklassiger Westernheld-Darsteller wie Ronald Reagan als US-Präsident endet, um dann einen weiteren Menschheitstraum zu verkünden, der sich bewahrheiten sollte: Der Fall der Berliner Mauer und somit das Ende des Kalten Krieges?

 

Als schließlich der Kommunismus in seiner Ideologie, nicht zuletzt unter der Macht des Geldes, bzw. der Weltwirtschaft zerbröckelte, zerbröselte auch die 167 km lange Mauer durch Berlin, die Mauer, die den Status quo von 1961-1989 manifestierte. Ihre einzelnen Brocken bis Staubpartikeln wurden als Reliquien einer endgültig gescheiterten Epoche hoch dotiert gehandelt. Mit dem Fall der Berliner Mauer hob sich auch der eiserne Vorhang und machte die Bühne frei für einen neuen Akt in der Menschheitsgeschichte: Das osterweiterte vereinte Europa. Zum Drehbuchschreiben lud man die einstigen zwei Weltgroßmächte nicht ein. Neue Akteure werden aufgenommen. Europa entwickelt sich zur Großmacht und holt sich politisch seinen geographischen Grundriss auf der Weltkarte zurück.

Und zurück bleiben Mondlandschaften.

Welch ein Paradoxon der letzten 40 Jahre.

Krater und Risse in einer staubigen Landschaft, das ist es, was vom Kommunismus in den einstigen Arbeiter- und Bauernstaaten übrig blieb. In Lausitz leihen sich mittlerweile Touristen Jeeps aus und machen auf Abenteuerurlaub. Man wundert sich um den fehlenden Astronautenanzug. Eben exklusiv. Die Braunkohle ist für den westlichen Stand unprofitabel geworden, und so wurden die Abbaustätten stillgelegt. Die Menschen dort haben ihre Arbeit verloren, doch die Zeit heilt alle Wunden, und so wird aus dem stillgelegten Braunkohletagbau des Oberlausitzer Bergbaureviers bis 2018 Europas größte künstliche Wasserlandschaft. Das Wasser aus der Spree soll die Krater füllen. Noch schwimmt kein Fisch, badet kein Mensch in den bereits angelegten Seen, deren Wasser einen pH-Wert von 3 aufweist. Einstweilen begnügt man sich mit Floßtouren am Wasser und Quadtouren rund um die Seen, mit Siedlungsüberschwemmungen und Erdeinbrüchen. Katastrophen inklusiv.

Und wieder haben Menschen einen Traum, den Traum einer eigenen Riviera, die nicht nur Erholung für Anreisende, sondern auch Arbeit für Einheimische bieten soll. Dann haben wir es wieder geschafft!

Aber während wir den 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer feiern, bauen wir schon lange an der nächsten Mauer, trennen Familien, Freunde, Menschen von ihren Arbeitsplätzen und Nahversorgungen. Die West Bank Wall, die das Westjordanland umzingeln soll, ist bereits zur Hälfte errichtet und ist 700 km lang.

Wieviele Jahre werden wohl vergehen müssen, bis aus ihr der West Bank Fall wird?

Die Rekordlänge der Chinesischen Mauer wird jedoch nicht so schnell gebrochen werden. Aber auch in China gedenkt man an etwas, was vor 20 Jahren stattfand: das Massaker am Tian-an-men Platz, am Platz des himmlischen Friedens. Und obwohl dort keine Mauer zusammenbrach und kein Vorhang aufging, hat China sich in einem kommunistischen System kapitalistisch entwickelt. „Wir haben es geschafft!“

Wir leben inmitten einer Weltwirtschaftskrise. Geld regiert die Welt und möglicherweise weckt uns das Geld aus dem letzten Traum, den wir im Westen noch träumen, den Traum von der Demokratie.

 

„Die Politik ist ein Katalysator“, erklärte Zdenka Becker, als ich mit ihr über ihr neuestes Buch sprach. Die Politik beeinflusst nicht nur unsere Reaktionsgeschwindigkeit, unser Wahrnehmungsvermögen und unser Verhalten, sondern sie filtert uns in links und rechts, in Couleurs, in arm und reich, in Rassen, wenn sie will; im schlimmsten Fall in Opfer und Mörder. Es gibt aber auch noch einen anderen Katalysator: die Kultur und die Bildung. Dabei ist nicht alleine das Was-wir-lesen-hören-sehen, als auch das Wie-wir-lesen-hören-sehen bedeutend, wofür wir uns entscheiden, wer wir überhaupt sein wollen. Genau darauf zielt die Ausstellung „1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft?“ in der Kunsthalle Wien ab (9.10.2009-7.2.2010). Sie beschäftigt sich mit dem Epochenbruch und bietet ein umfangreiches Begleitprogramm von Politik, Literatur und Philosophie. Viele österreichische Autoren und Verlage bemühen sich um die Aufarbeitung der letzten 60 Jahre. Dies geschieht einerseits durch Dokumentationsbücher wie „Unser Hitler. Die Österreicher und ihr Landmann“ (Ecowin, 2009) von Martin Haidinger und Günther Steinbach, die endlich eine geschichtliche Aufarbeitung aus österreichischer Perspektive mit einer facettenreichen Palette von heimischen Zeitzeugenaussagen bringen. Und dann gibt es die Vergangenheitsbewältigung in Form des Romans. Hier sind die zu lösenden familiären Probleme meist mit der Geschichte und ihren entstandenen Tabus verflochten. Im Vorarlberger Verlag Limbus erschienen in der Reihe „zeitgenossen“ mit Themenschwerpunkt Nationalsozialismus zwei Werke: Otto Licha verarbeitete in seinem Roman „Geiger“ die verloren gegangenen Heimatgefühle und die daraus resultierende Bitterkeit eines zurückgekehrten verhinderten jüdischen Musikers. Uwe Bolius bietet einen völlig neuen Zugang mit seinem Roman „Hitler von innen“, indem er sich in Hitler hineinversetzt. Ein Roman, der vor allem für die junge Generation von Interesse sein könnte. In ihrem Roman „Auflösung“ (Verlag Berger, 2009) erzählt Valerie Springer von den Konsequenzen des einzigen geglückten Attentats an die Nazis: den Heydrich-Anschlag. Sie verpackt die gemeinsame Geschichte der Tschechen und Österreicher in eine kritische und spannende Recherche einer jungen Wiener Journalistin. Nach „Die Töchter der Róza Bukovská“ fährt Zdenka Becker mit ihrer begonnenen Trilogie fort: „Taubenflug“ (Picus Verlag, Herbst 2009). In diesem packenden Liebesroman der Gegenwart spielen nicht nur die Mutter-Tochter-Beziehung, sondern auch der Prager Frühling und die Sanfte Revolution eine große Rolle. Auch sollen unsere heimischen Krimiautoren wie Andreas Gruber und Ilona Mayer-Zach, die immer wieder im Zuge mörderischer Begebenheiten einen Bezug zur Geschichte unseres Landes herstellen, nicht unerwähnt bleiben. Und dann gibt es noch die vielen Neuerscheinungen aus Deutschland. Am brisantesten wäre die Biographie „Wernher von Braun. Visionär des Weltraums - Ingenieur des Krieges“ von dem Kanadier Michael J. Neufeld, ein Experte der internationalen Raumfahrtgeschichte (Siedler, 2009).

Dies sind nur eine paar Empfehlungen, die ich Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, mitgeben möchte, bevor ich mich weiter den großen Feierlichkeiten des Mannes auf der Erde widme und Ihnen zuproste: „Wir haben es geschafft!“, denn: Ich lebe schon lange auf dem Mond. Im Übrigen soll die erste bemannte Marsfahrt in 20 Jahren stattfinden. Bevor es soweit ist, können Sie alle Rezensionen der genannten Bücher, soweit sie ohnedies nicht im etcetera erschienen sind, auf der Homepage der LitGes nachlesen.

 

Ingrid Reichel: Geb. 1961 in St. Pölten, NÖ. Malerin, Rezensentin, Essayistin, etcetera-Redakteurin. www.ingridreichel.at mehr...