97/Verluste und Verloren geglaubtes/Prosa/Karina Luger: Das Haus

Ein Weiler, ein Vierseithof.
Vier Gebäude, vier Tore, das Haus.
Ein Holzhaus.
Ein großes Haus.
Zwei Stockwerke, obendrauf ein Dach wie ein spitzer Hut.
In den 1930-er Jahren verkleidet mit Asbestschindeln, die die Holzschindeln ersetzten. Auf der Hofseite haben Dienstboten ihre Namen darauf geschrieben, dazu ein Datum, ein Ereignis. „Maschindreschen 1936. Johann Gattringer aus Haging“.
... mehr...

Klaus Ebner: Was bleibt

Klaus Ebner
Was bleibt


Nachdem er begonnen hatte, den am Vortag angefangenen Text weiterzuschreiben, strich Nils ein neues Blatt Papier glatt, setzte an und zog einen Strich, der gegen Ende heller und dünner wurde, kleine Unterbrechungen zeigte, der geradewegs, so dachte er, verhungerte. Er hielt inne, klopfte mit der Feder in der Hand ein paarmal auf die... mehr...

97/Verluste und Verloren geglaubtes/Prosa/Christin Figl: Sommer Ende Aus

„Es gibt keine Geschichten mehr. Klein-Martha, ich bin müde. Müde und leer. Kein Wort mehr da“, der Mund schließt sich und nur einzelne Barthaare zittern nach. Als würden sie noch vibrieren, erschrocken von dieser ungeheuren Nachricht. „Opa Hans, das geht nicht. Du kannst doch einfach wieder neue Wörter machen. Opa“, die Kinderstimme beginnt zu zittern. „Opa, ich kann sie dir... mehr...