Festspielhaus St. Pölten, Mussorgsky Dis-Covered, Rez.: Eva Riebler-Übleis
Eva Riebler-Übleis
Wenn Instrumente lachen!
Elisabeth Kulman/Gesang und Tscho Theissing/Konzept, Arrangement, Stimme, Violine: Mussorgsky Dis-Covered
Mit Georg Breinschmid Kontrabass, Arkady Shilkloper am Horn, Althorn, Flügelhorn und Waldhorn, Antoni Donchev an Klavier/Melodica.
Gr. Festspielhaus St. Pölten 17.1.15
„Schräg, spontan, intuitiv und mitreißend rhythmisch“ sollte es klingen, so Elisabeth Kulman im Gespräch mit Lena Drazic (siehe Interview im gut gestalteten Programmheft). Und so klangen sie auch, vor allem das letzte Stück vor der Pause „Svetik Savishna“, (ein ungewöhnlicher bettelnder Liebesgesang eines unbeholfenen, beschränkten Mannes im 5/4-Takt, bestehend aus 235 unmittelbar aufeinander folgenden Viertelnoten), und alle nach der Pause.
Nicht nur erweist sich die volksliedhafte Musik von Modest Mussorgsky als kompositorische Meisterleistung (was vielleicht bei uns sehr wenig bekannt ist), auch die Stücke, die von Tscho Theissing vertont und arrangiert waren, stellten, egal ob Kinderlied oder Trauer-, Todes- oder Tanzmusik, stets eine nuancenreiche, virtuose Miniatur dar. Bei meinen zwei Lieblingsstücken, bei „Modest Reflections“ und „Gopak previsited“, war die Musik von Georg Breinschmid und herausragend fand ich auch „DOM No. 13“ von Antoni Donchev.
Inklusive der letzten Zugabe, die eine russische Schimpftirade zwischen einer alten Dame und einem Lümmel darstellte, war es ein exklusiver Abend mit schwungvollen russischen Volksweisen, gewürzt mit viel Humor und arrangiert mit äußerst lebendiger Interpretation!
LitGes, im Jänner 2015