Festwochen Gmunden, 24.7.2016. Konzert: Ludwig van Beethoven, Robert Schuhmann, Sergej Rachmaninow. Rez.: Eva Riebler-Übleis
Eva Riebler-Übleis
Salzkammergutfestwochen Gmunden
Konzert 24.7.2016 Stadttheater Gmunden
Ludwig van Beethoven, Robert Schuhmann, Sergej Rachmaninow
Klavier Suyang Kim
Violincello Florian Berner
Beethoven beschritt mit seiner Sonate für Violincello und Klavier Nr. 1 F-Dur (1796) neue kammermusikalische Wege. Weder kopflastig noch nach Wirksamkeit strebend, ging er den Weg der inneren Schau. Außerdem hatte er mit Mozart gemeinsam die Wichtigkeit des Violincello erfasst und ihm eine emanzipatorische Stellung als Soloinstrument eingeräumt. Die Zeit des Hammerklaviers, das nicht zum Violincello passte, war vorbei und das Violincello wurde auch von Friedrich Wilhelm II. seit 1787 favorisiert, da dieser selber Cello spielte und den berühmtesten Cellokomponisten, Luigi Boccherini, als Hofcompositeur engagiert hatte.
An dieses zweisätzige Werk schloss das 3-sätzigen Fantasiestück op. 73 (1849) von Robert Schuhmann an.
Genauso virtuos und rasant wurde die äußerst schwer zu spielende Sonate für Violincello und Klavier g-moll, op. 19 (1901) von Sergej Rachmaninow, den das Timbre und der warme Ton des Violincello fasziniert hatte, gebracht.
Ein wahres Feuerwerk im Anschlag dann wieder das Motiv perlend, gedehnt wehmütig oder emotional zart bis kräftig im Anschlag.
Ein wirklich herausforderndes Programm für beide Virtuosen und ein toller Abend für das aufmerksam lauschende Publikum, das noch den ersten langsamen Satz „Lento“ von Rachmaninow als Dank für die Begeisterungsstürme und lauten Bravorufe als Zugabe geschenkt bekam!