LitGes Blog

Texte aus der Quarantäne

Marlen-Christine Kühnel: Auf Urlaub

Hörst du das Aufatmen der Erde,
den Stoßseufzer des Himmels?
Hörst du das Lied der Meere,
die sich klären und tanzen
mit jeder Welle, mit Ebbe und Flut?
Die Erde nimmt Urlaub –
Delphine kommen dorthin zurück,
wo der Mensch sie vertrieben hat.
Die Vögel singen den Jubelchor,
hoch oben in klarer Luft.
Kein Gedröhne vom Himmel schallt,
die Wolken ziehen friedlich dahin.
Die Lagune gewinnt Farbe zurück,
die Palazzi ruhen im Sonnenlicht.
Kein Gedränge durch enge Gassen,

Wolfgang Mayer König: Da geht das Geimpfte auf!

Der Zusammenhang von Sprache, Politik und Aggression erklärt sich heute von selbst. Gerade kommt die Nachricht herein, dass die verpflichtende Eurofighter-Betrugsanzeige Doskozils vom Straflandesgericht eingestellt werde. Dem Airbusmanagement ist daran gelegen, nun die Einstellung aller Ermittlungen zu erreichen. Ja geht's noch, wie weit sind wir gekommen ? Der Korruptionsstaatsanwaltschaft sind überdies die Namen der Begünstigten der Bestechung bekannt , ebenso die Malversationen beim Eurofightererwerb selbst.

Wolfgang Mayer König: 2020

Umrahmtes Wiesenfeld, du achtest nicht der Namen in Berichten, brauchst keine Jünglinge, die das Land regieren, denn sie bescheren dem Volk den Wohlstand nicht, von dem sie reden. Schon gar nicht in schwierigen Zeiten. Ihre Vorgänger fanden trotz ihrer schönen Gemahlinnen und Gespielinnen ein unrühmliches Ende.Im Leopardenfell eines Beraters oder Lobbyisten vollziehen sie nun ihr verspätetes Ernteritual.

Wolfgang Mayer König: Die Mutter

Frei von der Ungeduld zu erfahren, wohin die Reise gehen soll. Frei von der Neugierde zu entdecken, was drum herum ist. In dieser Verfassung auch kein Anhängsel der eigenen Person mehr sein, nicht mehr im luftlosen Zustand des Keuchens sich befinden, sondern einmal noch tief durchatmen. Schon das bloße Leben als Wert akzeptieren. Das Leben erweist sich als flüchtige Geliebte; der Tod entpuppt sich als Mutter. Sei nicht enttäuscht, sagt sie zu mir und zieht mich auf dem Karren hinterher. Sagt sie mir und wärmt mir die Suppe auf. Sagt sie mir und klopft mir die Polster zurecht.

COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

DMZ – FORSCHUNG / MEDIZIN / POLITIK ¦
GASTKOMMENTAR von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers

Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?

Aus 5 Gründen:

Gurdrun Breyer: Vier Wochen

Vier Wochen

 

Woche 1
Diese Krise wird uns stärken.
Danach wird alles besser.
Jetzt gilt es, zusammenzuhalten.
Die Regierung zeigt vor, wie.

Die Menschen hamstern seit Tagen.
Es ist genug da, wird verlautbart.
Aber wovon niemand redet: der Angst hinaus zu müssen, wenn etwas fehlt.

Im Radio Werbung für Geschäfte, die geschlossen sind.

Roul Starka: Versuch

Versuch

Der zurzeit wahrscheinlich häufigste Satz weltweit: Wann wird wieder alles normal werden? Ich hoffe nie wieder, weil was wir als normal bezeichnet haben, war nichts anderes als die Welt anzünden. Vielleicht ist Corona unsere letzte Chance, eine globale Ohrfeige. Es gibt nur uns alle, knapp acht Milliarden Kinder, die jetzt gemeinsam das Zimmer aufräumen müssen. Wollt ihr wirklich nachher so sein wie vorher, so leben wie vorher?

Hans-Peter Übleis

Ich lese gerade von Ernst Peter Fischer DAS WICHTIGSTE WISSEN – Vom Urknall bis heute.
Auf nur 125 Seiten wird hier ein Panorama der Wissensrevolutionen in allen Lebensbereichen dargeboten.
Was wir daraus lernen? Die Neugier, der Erfindungsreichtum und die Anpassungsfähigkeit des Menschen haben bisher über alle
Krisen triumphiert – das gibt Zuversicht.
Hans-Peter Übleis

Thomas Laessing: Corona 03 2020 III

Corona 03 2020 III

Die offiziellen Ausgangsbeschränkungen sind keine für mich/uns (autonome 2er-Zelle); wir (sie und ich) gehen auch sonst nicht fremd vors Loch. Alles, was man davor durfte, ist das, was wir eh taten, tun: einkaufen, arbeiten, Sport treiben, Postalisches aufgeben, zum Arzt gehen: ich brauche keine Seuche, um krank zu sein. Gut, schnell mal den Enkel besuchen geht nicht. Notfalls bildtelefonieren, wird ja vielleicht one day wieder alles wie zuvor werden. Alles?

Michael Benaglio: In altrömischer Therme

IN ALTRÖMISCHER THERME

Ingrid Reichel: Gedanken zur Quarantäne in der Quarantäne

Gedanken zur Quarantäne in der Quarantäne

Einen Weg zur Verlangsamung der Verbreitung des Corona-Virus bietet mir persönlich in der Quarantäne die Beschäftigung mit der Phonetik des Wortes <Quarantäne>. Manche mögen es geistige Onanie nennen, aber nein, mir ist nicht fad im Schädel, ganz und gar nicht. Es herrscht nämlich nicht nur Irritation über das Geschlecht des Wortes <Virus>, ob es denn nun maskulin oder neutral sei, sondern auch über die Aussprache von <Quarantäne>.

Martin Dragosits: Herausforderung

Herausforderung

Monika Krampl: Mut und Zuversicht für alle

Veränderung / Wenn die Wirtschaft still steht / Vom Haben zum Sein / Corona

Veränderung

Ich habe zwei Mal in meinem Leben ein behagliches und gesichertes Leben verlassen, und mich damit einer Ungewissheit ausgesetzt. Ich wusste – so kann / so will ich nicht mehr leben. Doch – wie ich leben wollte, wusste ich noch nicht.

"Was konnte, was sollte man mit all der Zeit anfangen, die nun vor uns lag, offen und ungeformt, federleicht in ihrer Freiheit und bleischwer in ihrer Ungewissheit?"
(Pascal Mercier)

Monika Krampl: Die Welt steht still und ich mit ihr

Die Welt steht still und ich mit ihr.

Die Welt steht still.
Ich stehe still und schließe die Augen.
Konzentriere mich auf das Hören.
Und höre – nichts …
Welche Wohltat.

Kindheitserinnerungen. Ich sitze im Garten im hohen Gras der Wiese. Die Blumen rings um mich duften und ich höre die Bienen summen. Sonst nichts. In unserer Straße gibt es noch keine Autos.

Und jetzt – jetzt sehe ich zwar die Autos auf der Straße und in den Carports stehen. Jedoch sie fahren nicht.
Alles ist still.

René Steininger: Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung

Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung

Bleiben Sie
in Ihren vier Wänden
und verlassen Sie
Ihr Viertel
nur allein oder mit Ihrem Vierbeiner!

Konserviren Sie
zuhause genügend Lebensmittel
und bewahren Sie Ruhe!

Enerviren Sie
nicht Ihre Nachbarn,
indem Sie
jetzt Ihre Wohnung renoviren,
und unterlassen Sie
für die Dauer der Quarantäne
Ihr Spiel an Klaviren
und anderen Musikinstrumenten!

Johannes Witek: Lyrik

Dem Baumgott ein Opfer bringen

Wir benutzen die Formulierung
„dem Baumgott ein Opfer bringen“
für überholte soziale Konventionen
die möglicherweise in der Vergangenheit Sinn gemacht haben
(weniger für das Individuum
mehr für die Gesellschaft)
aber heute dem
Individuum bestenfalls einen entscheidenden
Nachteil verschaffen,
schlimmstenfalls dein Leben komplett ficken
– was durch soziale Konditionierung,
Gossip und Peer Pressure
überdeckt werden soll.

Dr. Friedrich Knöbl: Was hätte Jesus in der Corona-Krise getan?

Was hätte Jesus in der Corona-Krise getan?
JESUS trifft BUDDHA

Dieses Buch ist ein Ostergeschenk der besonderen Art: Es ist eine Neuübersetzung der Evangelien, die gerade rechtzeitig vor Ostern erschienen ist, um mit ihr das Osterfest besinnlich zu begehen. Allerdings mit einer Erzählung vom Leben Jesus, die von den kirchlichen Predigten etwas abweicht. 

Alexander Peer: Die Eule der Minerva

Die dämmernde Erkenntnis
von Alexander Peer

Die Eule der Minerva, der römischen Göttin der Weisheit, Musik und Poesie, flog in der Dämmerung. Kann das bedeuten, dass Erkennen Zwielicht benötigt?
Vielleicht liegen Platon und die ihm Nachfolgenden falsch? Vielleicht ist es ein grundlegender Irrtum die uns umgebende Höhle – in der Hoffnung bessere Handlungsfähigkeit zu erlangen – mit Erkenntnissen ohne Ende auszuleuchten?

© Stefan Müller
© Stefan Müller

Hahnrei Wolf Käfer: Kyoka

Warum die Wiener
jetzt zu Haufen mit einem
Beißkorb 'rumlaufen?
Die waren, sag ich schmissig,
doch immer schon so bissig.

 

Hoch! Achtung! Dieses
Virus ist vielleicht auch schon
eMail-verseucht und
verbreitet sich ganz ohne
Hirnzellen. Heißt auch Krone.

 

Für Hamsterkäufer:
Hamster bestellen, gründlich
waschen, wegen der
Salmonellen nicht vor dem
Braten daran schon naschen.

 

Niketa Stefa: Pandemie in Italien zwischen Inhaftierung und Frühling

Pandemie in Italien zwischen Inhaftierung und Frühling

Wolfgang Mayer König: DIE VOLLBREMSUNG DER WELT

Wolfgang Mayer König
DIE VOLLBREMSUNG DER WELT
Leben mit der Zeitspanne der Pandemie

Es mag ja zutreffen, dass die Menschen durch die derzeitige Situation zur Besinnung gebracht - und die Umweltbedingungen durch die rigorosen Notverordnungen und Beschränkungen, als eigentlich unbeabsichtigtem Nebeneffekt, verbessert würden. Jedenfalls kann ich nichts Positives an der weltweiten Verarmung und Aushungerung der Menschheit im 21. Jahrhundert sehen, anstatt das Virus auszuhungern, und nicht machtlos zusehen zu müssen, wie sich Viren ungehemmt durch die Menschheit fressen.

Franziska Bauer: Auszeit am Schreibtisch

Franziska Bauer
Auszeit am Schreibtisch - Corona und die Krone der Schöpfung – ein Virus als Denkanstoß

Viel ist schon gesagt und geschrieben worden über die Natur des Menschen, ob er nun gut sei oder schlecht, oder vielleicht beides zugleich, wie es sich gerade ergeben mag. Der Mönch Pelagius hielt den Menschen in seinem inneren Wesen für grundsätzlich gut, Augustinus jedoch sprach ihm die Fähigkeit zum Gutsein ohne die Gnade Gottes rundweg ab. Terry Pratchett  lässt in seinen Scheibenwelt-Romanen den Tod bewundernd über den Menschen sagen, dass es beispielsweise keine Gerechtigkeit im Universum gäbe, hätte sie der Mensch nicht kraft seines Vorstellungsvermögens herbei-imaginiert. Stanisław Jerzy Lec nennt den Menschen die Krone der Schöpfung, allerdings mit dem Vorbehalt, dass es eine Dornenkrone sei.